Begrüßungsgeschenk für kleine Ossenritter verbindet

Fiete sitzt ganz entspannt auf Mamas Schoß, die kleine Hailey kuschelt sich in den Arm ihrer Mutter. Mit großen Augen schauen die Zwillinge Miro und Mailo in die Welt, ebenso wie Tim.  

In Uder werden die Neugeborenen mit einem Geschenk begrüßt. Petra Stubenitzky (2. von links) übergab dieses jetzt an Mandy Lohde für die Zwillinge Miro und Mailo, an Julia Kruse für Fiete (Mitte), an Jennifer Otto für Tim sowie an Stefanie Vogler für Hailey. Foto: Eckhard Jüngel In Uder werden die Neugeborenen mit einem Geschenk begrüßt. Petra Stubenitzky (2. von links) übergab dieses jetzt an Mandy Lohde für die Zwillinge Miro und Mailo, an Julia Kruse für Fiete (Mitte), an Jennifer Otto für Tim sowie an Stefanie Vogler für Hailey.

Für Petra Stubenitzky ist es ein sehr schöner Termin, denn nun lernt sie die jüngsten „Ossennritter“ kennen. Ausnahmsweise ist es diesmal eine Gruppe, ansonsten vereinbart die stellvertretende Bürgermeister mit jeder jungen Familie einen eigenen Termin, um die Neugeborenen zu begrüßen. Dieses Ritual nimmt sie Ortschef Gerhard Martin, von dem die Idee stammt, gern ab. Lätzchen als Willkommensgruß „Um den Nachwuchs willkommen zu heißen, schreibe ich zuerst die Familien an, um einen Termin in aller Ruhe auszumachen. Und meist antworten die Mütter und Väter auch, sonst bleibe ich aber hartnäckig und stehe schon mal vor der Tür, denn vielleicht passt es ja spontan“, sagt Petra Stubenitzky. Sie möchte die Kinder und Eltern kennenlernen, gerade auch die, die zugezogen sind. Gekommen sind an diesem Nachmittag auch Julia Kruse und Baby Fiete. Die Mama stammt aus Steinbach, der Papa aus Bad Gandersheim. Fiete ist Uderaner. Vor einiger Zeit ist die Familie ins Dorf gezogen. „Wir wollten gern in der Region bleiben, und weil wir beide in Göttingen arbeiten, ist Uder fahrtechnisch gut gelegen. Hier ist die Infrastruktur wie in einer Stadt, aber es ist immer noch Dorf. Das gefällt uns“, sagt Julia Kruse. Dass sie mit Petra Stubenitzky gleich einen Ansprechpartner von der neuen Heimatgemeinde getroffen hat, findet sie gut. Derweil packt, die Frau, die sich seit dem Jahr 2014 in der Kommunalpolitik engagiert, die Begrüßungsgeschenke aus. Für die Jungen gibt es ein Lätzchen mit blauem Rand, für die kleinen Damen eines mit rosanem. Auf allen steht: „Hurra ich bin im Leinetal jetzt da – Ein kleiner Ossenritter“. Dazu kommt ein Badetuch mit der Aufschrift: „Schön, dass du da bist – deine Heimatgemeinde Uder“. Während sich die Mütter über die Mitbringsel und die guten Wünsche des Dorfes freuen, machen die Kleinen in ihren Kinderwagen erst mal ein Schläfchen. „Das Begrüßungsgeschenk hat bei uns mittlerweile Tradition. Unsere Menschen sind uns wichtig – egal ob jung oder alt. Alle sollen sich im Ort wohlfühlen. Und da geht es auch um die menschliche Komponente, die Wertschätzung, darum, wahrgenommen zu werden – sowohl im Dorfkern als auch in den neuen Wohngebieten“, meint Petra Stubenitzky, die sich mit dem Bürgermeister bei Gratulationsbesuchen zu runden Geburtstagen ab 80 Jahren abwechselt. Neuer Überweg mit Ampel kommt 2018 Wenn sie unterwegs ist, dann ist immer Zeit für ein Gespräch. Denn was den Senioren und den jungen Familien unter den Nägeln brennt, welche Sorgen, Nöte oder Anregungen sie haben, möchte die stellvertretende Bürgermeisterin wissen – auch damit sich etwas ändern kann. So manche Anregung konnte die Kommunalpolitikerin schon mitnehmen. Beispielsweise erzählten ihr Mütter und Senioren, dass es sowohl mit einem Kinderwagen als auch mit einem Rollator schwer ist, im Unterdorf bei dem hohen Verkehrsaufkommen sicher über die Straße zu kommen. Das Problem nahm Petra Stubenitzky mit in den Gemeinderat. Gedanken sollte sich das Gremium machen und nach einer Lösung suchen. Immer wieder hakte die Uderanerin nach. Jetzt gibt es ein Ergebnis: Die Gemeinde hat sich mit dem Nordthüringer Straßenbauamt abgestimmt und auch mit Vertretern des Altenheimes. Im Haushalt sind finanzielle Mittel eingestellt und im kommenden Jahr wird ein Fußgängerüberweg mit Ampel gebaut. Eine andere Idee kommt nun aus der Runde mit den Müttern. Die regten für die etwas älteren Kinder Märchenleserunden in der Bücherei an. Senioren, die Kinder mit in diese fantastische Welt nehmen, gibt es bestimmt in dem großen Eichsfelddorf. Derweil sieht sich Petra Stubenitzky wieder einmal darin bestätigt, dass es wichtig ist, einen Ansprechpartner zu haben. Julia Kruse hört an diesem Nachmittag interessiert zu. „Es war die richtige Entscheidung, nach Uder zu ziehen“, sagt die junge Frau, die sich in ihrer Wahlheimat wohlfühlt – nicht zuletzt wegen der netten Nachbarn und der jungen Familien mit ähnlichen Interessen. „Wir gehen auf die Menschen zu, ebnen gern den Weg in die Gemeinschaft“, meint die stellvertretende Ortschefin. In diesem Jahr hat sie bislang schon 19 Neugeborene willkommen geheißen. So viele waren es auch in den drei Jahren davor. „Vielleicht kommen ja noch ein paar dazu“, sagt Petra Stubenitzky und lacht. Sigrid Aschoff / 03.11.17 





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