Februar 2017

Liebe Einwohnerinnen, liebe Einwohner der Gemeinde Uder und Schönau,

ich versuche ja sowenig wie möglich an dieser Stelle die Politik zu bemühen. Aber es ist halt nicht immer auszuschließen und bei diesem wichtigen Thema schon gar nicht. Richtig; es ist die Gebietsreform! Zu Beginn des Jahres war ein Artikel in der Tagespresse zu lesen, in dem der Ministerpräsident als Ersatz für den Wegfall der Verwaltungsgemeinschaften das Modell der „Verbandsgemeinde“ vorschlug. Bei unserer allerersten Zusammenkunft der Bürgermeister haben wir dies favorisiert, sollte es beim Wegfall der VGs bleiben. Aber bis zu besagtem Interview gab es keine Alternative und deshalb wurde über die Bildung der Landgemeinde diskutiert. Der Vorteil bei der Verbandsgemeinde ist, dass die Gemeinden ihre finanzielle Eigenständigkeit behalten und Angelegenheiten von überörtlicher Bedeutung wie Feuerwehr, Kindergärten, Schwimmbäder oder Bibliotheken an die Verbandsgemeinde abgegeben werden. Diese regelt dann einheitlich die Finanzierung. Einen Termin im zuständigen Innenministerium nahm ich gemeinsam mit einigen Kollegen und dem VG-Vorsitzenden wahr. Aber als ob wir es geahnt hätten; so schlecht vorbereitet wie bisher der ganze Reformprozess abgelaufen ist, so schlecht war man auch dort informiert. „Was der Ministerpräsident in einem Interview äußert und was wir als Arbeitsauftrag bekommen, ist mitunter nicht identisch“ wurde uns geradeheraus gesagt. Ja, weiß denn in Erfurt die rechte Hand nicht, was sprichwörtlich die Linke macht? Wenn wir uns jetzt für die Landgemeinde entscheiden, wird über das Model der Verbandsgemeinde nicht weiter nachgedacht! Und deshalb lautet mein Fazit: „Außer Spesen nix gewesen – Schade!

 Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Wir haben im Hauptausschuss die fristgerechte Kündigung des Vertrages zur Erstattung der Betriebskosten mit der „St. Martin gGmbH“ beschlossen. Wir haben uns nicht und wir werden uns auch zukünftig nicht in die fachlichen und erzieherischen Angelegenheiten unserer Kindergärten einmischen. Aber wir können nicht zulassen, dass uns die Kosten im Katholischen Kindergarten „aus dem Ruder laufen“! Seit Jahren schon liegt eine Diskrepanz bei den Betriebskosten zwischen beiden Einrichtungen und diese Schere geht immer mehr auseinander! Zur Info: Lagen die reinen Verwaltungskosten im „St. Jakobus“-Kindergarten vor zehn Jahren noch bei 75,29 €, liegen sie aktuell bei 239,57 € pro Kind und Jahr. Die Kosten für einen Kindergartenplatz belaufen sich in diesem Jahr auf 7538,42 € - und damit pro Kind auf 628,20 €. Zum Vergleich: Im Kindergarten „Friedrich-Fröbel“ liegen die Platzkosten in diesem Jahr bei 6049,76 € bzw. 504,15 € pro Kind. Davon trägt die Gemeinde in beiden Einrichtungen einen Anteil von 77,5% und der Träger bzw. die Eltern die restlichen 22,5%. Ein Unterschied also von ca. 124 € pro Kind/Jahr und da darf man ja wohl noch bei ca. 100 Kindern drüber reden. Jetzt laufen natürlich Gespräche, auch mit unserem Pfarrer, und zunächst ist es uns wichtig, dass es bei der Betreuung keine Abstriche gibt. Und wir möchten auch nicht, dass uns die Eltern wegen Beitragserhöhungen die Abstimmung „mit den Füssen vorwegnehmen“! Die Kündigungsfrist läuft bis zum Ende des Kindergartenjahres und bis dahin haben wir sicherlich eine Lösung!

● Zunächst im Hauptausschuss und dann natürlich in den Fraktionen und im Gemeinderat wird der Haushalt für dieses Jahr beraten. Die größten Posten im Verwaltungshaushalt sind neben den Kindergartenbeiträgen natürlich die Kosten für unseren Bauhof, die Feuerwehr und die Kreis- und VG-Umlage. Aber diese sind im Rahmen des Machbaren und wir haben auch in diesem Jahr wieder Mittel für Investitionen im Vermögenshaushalt übrig. Da wir uns noch im Dorferneuerungsprogramm befinden, haben wir nur Maßnahmen in den HH genommen, bei denen wir Förderung erhalten. Da ist als größtes Projekt in diesem Jahr das Haupthaus vom Knorrschen Haus. Den geplanten Kosten in Höhe von 234.400 € können wir 132.300 € als Förderung entgegensetzen. Zwar haben wir auch für die Gestaltung des Innenhofes schon die Förderzusage, aber trotzdem wird dies auf das nächste Jahr ver-schoben. Ich freue mich schon, wenn beides abgearbeitet ist. Förderung erhalten wir auch für das Dach und die Fassade vom alten DGH, den Westflügel an der Friedhofshalle und natürlich auch eine größere Summe für die Nebenanlagen beim grundhaften Ausbau der Schmiedegasse. Aber ich möchte den Gremien und der Diskussion nicht vor-greifen, sondern informiere Sie, wenn alles beschlossen ist.

 

Was tut sich momentan in Uder und Schönau?

● Wir waren vor mehr als zehn Jahren eine der ersten Gemeinden, die fast flächendeckend einen Internetzugang anbieten konnte. Mittlerweile ist das Datenvolumen natürlich überholt und die Deutsche Telekom hat reagiert. Im Bauausschuss haben wir über neue Standorte bzw. die Vergrößerung bestehender Anlagen entschieden und noch bis zum Sommer will die Telekom in Uder investieren. Laut Auskunft sind 100 MBit avisiert und damit sind wir wieder fit für die Zukunft!

● Der Baumschnitt entlang der Leine geht auch dieses Jahr weiter.

● Sollte das Geld im Haushalt eingestellt werden, würde ich gern eine Ladestation für E-Bikes auf unserem Marktplatz installieren. Wer sein Zweirad aufladen muss, kann sich ja dann unseren schönen Ort und seine Sehenswürdigkeiten ansehen. Zeit hätte er ja genügend!

 

Dies & Das ...

● Es soll Gott sei Dank weitergehen. Nachdem aus gesundheitlichen Gründen, und dennoch überraschend, Frau Nolte die Leitung des Kirchenchores „St. Jakobs d. Ä.“ abgegeben hat, zeichnet sich jetzt doch eine Lösung ab. Gemeinsam mit dem MGV „Concordia 1879 e.V.“ ist der Kirchenchor in Uder aus dem musikalischen Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken! Hoffen wir für alle Beteiligten das Beste!

● Juliana Schneider hat sich ihren Traum von einer „Auszeit“ erfüllt und bietet ihre kosmetischen Dienstleistungen in Uder unter diesem Logo beim „Uhrmacher“ an. Alles Gute und viele Kunden, Juliana!

● Vielen hat er geholfen, dass „Vater Staat“ nur das bekommt, was ihm zusteht. Jetzt „sprudeln“ die Steuereinnahmen wieder, denn Hel-mut Kaufhold hat sein Lohnsteuerbüro leider für immer geschlossen.

● Einmal angefangen, muss ich es weiterführen! Und so gratuliere ich an dieser Stelle unseren VG-Vorsitzenden Thomas Heddergott und unserem Gemeinderatsmitglied Gerald Rohmund ganz herzlich zum 60. Geburtstag und wünsche beiden Gesundheit und Zufriedenheit.

 

Das hat mir überhaupt nicht gefallen:

● Wir können uns die Bibliothek finanziell noch leisten, die zwei Damen machen einen tollen Job und der neue Standort wird sehr gut angenommen. Aber Bibliothek bedeutet Ausleihe! Wer ein Buch holt, sollte nicht vergessen, es nach angemessener Zeit wiederzubringen!

● Ich mache das Amt des Bürgermeisters wirklich gern. Aber nicht um jeden Preis! Und wenn man einen Bürgermeister an einem Samstagabend von 22.00 bis 23.30 Uhr mit Dauertelefonaten terrorisiert, sind die Grenzen des Anstands überschritten. Und dies alles nur, „weil man ja das Gerücht gehört hat“ oder „weil der das gesagt hat“! Wenn ich zu jeder Tages- und Nachtzeit Antwort auf Gerüchte und Fragen geben soll, geht es eindeutig zu weit. Gesundheit und Familie gehen vor!

 

Das hat mir gut gefallen:

● Kein Verein in Uder macht sich wohl übers Jahr so viele Gedanken wie unser SCU, die Showtanz- und Carnevalsgesellschaft. Dabei sind die Büttenreden über den Bürgermeister und das Geschehen in unserem abwechslungsreichen Ort noch der harmlose Teil. Neue Kostüme für mehrere Tanzgruppen, neues Bühnenbild, neue Tänze und neue Sketche müssen her, damit auch in diesem Jahr wieder ordentlich gelacht und gefeiert wird. Das Programm liest sich jedenfalls ganz karnevalistisch und ich würde mich freuen, wenn Sie auch den Weg zur Narhalla „Riedelsburg“ finden würden. Verdient hätte es sich das Team um Mike Pöhl oder die vielen Tanzgruppen allemal.

● Es gibt sie noch, die guten Geister! Obwohl er kein Reiter oder Pfer-debesitzer ist, hat Manfred Grebenstein den Radweg von Pferdeäpfeln gereinigt und somit wieder für Sauberkeit und Sicherheit gesorgt!

● Als kleines Dankeschön habe ich jetzt ein Gedicht erhalten, in dem unser Jakobuspilger in der Geisterstunde durch unseren Ort spaziert, den Ossenritter trifft und beide sich Gedanken über Uder machen und unseren Ort treffend beschreiben. Vielen Dank Hermann Volkwein!

 

Weil es passt: Ein paar Zitate von Johann Wolfgang von Goethe

Wenn der Mensch alles leisten soll, was man von ihm fordert, so muss er sich für mehr halten, als er ist.
Wenn du eine weise Antwort verlangst, musst du vernünftig fragen!

Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch!

Wer von seinem Verstand zum Schaden anderer Gebrauch macht, ist unmoralisch.

Alles, was uns imponieren soll, muss Charakter haben!

 



Maisprung auf die Blockhütte