Dezember 2016

Liebe Einwohnerinnen, liebe Einwohner der Gemeinde Uder und Schönau,

das Jahr 2016 neigt sich dem Ende entgegen und ich bin, ehrlich gesagt, auch ganz froh darüber. Um Abstand vom „Tagesgeschäft“ und etwas Ruhe zu bekommen, braucht man halt einfach auch mal die Zeit. Dabei waren es dieses Jahr weniger die eigenen Vorhaben, die uns „umgetrieben haben“, sondern vielmehr die Ereignisse, die von außen an uns herangetragen sind. Dies begann noch 2015 mit dem plötzlichen Verkauf der Riedelsburg und der geplanten Nutzungsänderung. Das hat uns lange beschäftigt, eine nicht unwesentliche Summe gekostet, bis die Angelegenheit letztendlich zu unserer Zufriedenheit geklärt werden konnte. Das denkmalgeschützte Haus gehört jetzt uns und wir haben auch gleich wieder etwas für unsere Gastronomie tun können. Kaum hatten wir diese „Baustelle“ abgeschlossen, wurde aber völlig unnötig in Erfurt schon die nächste aufgemacht. „Vorschaltgesetz“ und „Gebietsreform“ heißen jetzt die „Zauberwörter“, deren Folgen wir sicherlich erst in ein paar Jahren spüren werden. Warum funktionierende Strukturen zerschlagen oder welche Einsparungen dadurch erzielt werden; darauf bekommt man aus Erfurt keine überzeugenden Antworten. Ich setze jetzt auf das Volksbegehren. Aber es gab für mich auch Erfreuliches. 98 % Zustimmung bei der Bürgermeisterwahl haben mich sehr gefreut und ich bin sehr dankbar. Und in einem Jahr gleich zweimal Opa zu werden, erlebt man ja auch nicht so oft. Ich hoffe, dass es auch für Sie ein gutes Jahr war, dass Sie gesund und vital geblieben sind und immer ein waches Auge auf die Geschehnisse in Uder hatten. Ich wünsche nun allen ein Weihnachtsfest, das seinen Namen verdient, und ein gesundes und friedvolles 2017!

 Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Wir haben in mehreren Sitzungen des Bauausschusses und in den Fraktionen die Stellplatzsatzung der Gemeinde aus dem Jahr 1994 überarbeitet und nun im Gemeinderat die neue Satzung verabschiedet. Wir müssen mehr wie bisher aufpassen, dass die in den Bauunterlagen geforderten Stellplätze auch gebaut und die vorhandenen intensiver als bisher genutzt werden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit weiter, öffentliche Plätze in Anspruch zu nehmen. Aber unser Anspruch ist die Verbesserung der Verkehrssituation im Ort bei Gefahrensituationen und dies kann mitunter lebensrettend oder schadensmindernd sein.

● Ein weiterer Punkt war die erneute Änderung der Benutzungssatzung für öffentliche Gebäude und Räumlichkeiten. Wir haben zwar in den zurückliegenden sechs Jahren keine Anfragen aus diesem Milieu gehabt, aber mit der Änderung der Satzung haben wir die Vermietung an Personen oder Vereine, die nicht auf dem Boden des Grundgesetzes stehen, verhindert. Ich möchte in diesem Zusammenhang einmal die umsichtige und gewissenhafte Arbeit von Frau Sidow erwähnen!

● Wir haben lange gerungen und uns dann letztendlich im sogenannten zweiten Anlauf doch einhellig für den Kauf entschieden. Gemeint ist die ehemalige Bäckerei Träger, die in unserer Ortsmitte nun nicht gerade eine Augenweide darstellt. Gespräche mit dem DRK Kindergarten und die damit verbundene Aussicht auf Förderung haben den Ausschlag gegeben. Der benachbarte Kindergarten braucht wieder einmal Platz und wir hätten die Möglichkeit, Funktionalräume wie einen größeren Turnraum, das Büro der Leiterin oder Unterstellmöglichkeiten auszulagern. Damit wäre Platz für die Betreuung der zunehmenden Kinderzahl und wir könnten die Ortsmitte wirklich aufwerten!

● Ich habe den Gemeinderat darüber informiert, welche Auswirkungen die zweite Rate der rückwirkenden Erhebung der Straßenausbaubeiträge hat. 56 Grundstückseigentümer haben von ihrem Widerspruchsrecht Gebrauch gemacht und davon wiederum haben sich 47 zu einer Klagegemeinschaft zusammengeschlossen. Es ist nur schade, dass unsere Gerichtsbarkeit so lange auf sich warten lässt. Wir wären sicherlich alle froh, wenn es Klarheit gäbe. Also weiter abwarten!

● Der Gemeinderat hat die Aufstellung des Bebauungsplanes für das neue Wohngebiet „Am Lohweg“ jetzt offiziell beschlossen. Wir wollen dort den Bauherren viel Freiheiten lassen und nur wenig einschränken.

 

Was tut sich momentan in Uder und Schönau?

● Die Erweiterung des REWE-Marktes um eine Abteilung für Drogerieartikel wurde jetzt wieder aufgegriffen und wir warten aktuell auf eine Entscheidung des Bauamtes des Landkreises. Wir unterstützen dieses Vorhaben jedenfalls, da es für uns eine Bereicherung darstellt.

● Auf dem Gelände der TWE wird in diesen Wochen hektisch gebaut. Hier entsteht ein neuer Agrarmarkt, der das bisherige Geschäft von Gerhard Schönefeld in der Straße der Einheit ersetzen wird. Herr Schönefeld zieht sich (fast) in den Ruhestand zurück und seine Mitarbeiter und das Sortiment ziehen halt Mitte nächsten Jahres nur um.

 

Dies & Das ...

● Das ist schön zu hören und ich wünsche an dieser Stelle der jungen Zahnärztin Luisa Gunkel alles erdenklich Gute. Sie übernimmt zu Beginn des Jahres die Praxis von Frau Dr. Wedekind und somit ist die zahnärztliche Versorgung weiterhin mit zwei Praxen in Uder gesichert.

● „Politische Ordnung in unruhigen Zeiten“ – das Thema hat er mir schon einmal gesagt und dabei bezieht er sich auf seine Erfahrungen als Vizepräsident eines international agierenden Unternehmens. Er ist in Kanada und den USA ebenso unterwegs wie in Kirgisien oder Aserbaidschan. Wir freuen uns, dass Dieter Althaus, Ministerpräsident a.D., nach längerer Zeit mal wieder Station in Uder macht und unser Neujahrsempfang am 15. Januar 2017 ist ein guter Rahmen.

● Kaiser Wilhelm II war Ihr Staatsoberhaupt und Kirk Douglas, der bekannte Schauspieler, ist sogar noch zwei Tage jünger als unsere älteste Einwohnerin! Auf bemerkenswerte 100 Jahre kann Elisabeth Durstewitz in diesem Monat zurückblicken und hat dabei sicherlich vieles Gute, aber leider auch schlechte Zeiten erlebt. Bemerkenswert, wie gut unsere rüstige Jubilarin immer noch unterwegs ist! An dieser Stelle nochmals herzlichen Glückwunsch, liebe Frau Durstewitz, und möge der liebe Gott es noch lange gut mit Ihnen meinen!

● Auch in diesem Jahr ist Uder als Wohnstandort beliebt. 191 Personen sind bereits zu uns gekommen und 143 haben sich leider verabschiedet. Da auch ein Erdenbürger mehr geboren (18) wurde, hat sich unsere Einwohnerzahl um 49 Personen auf aktuell 2669 Einwohnerinnen und Einwohner erhöht. Bereits im letzten Jahr hatten wir übrigens ein Plus von 15 Personen. Kann ruhig so weitergehen! Toll!

 

Das hat mir gut gefallen:

● Es waren schon sehr konkrete Pläne und Vorhaben, die ich zu sehen bekommen habe. Im Jahr 2018 jährt sich die Ersterwähnung unseres Ortsteils Schönau zum 700. Mal und dies muss und wird natürlich gefeiert werden. Dazu haben sich, wie 2012 bereits in Uder, ein paar „Goldengel“ zusammengefunden und bereiten nun akribisch diesen Höhepunkt im Leben der kleinen Dorfgemeinschaft vor. Ich war sehr angenehm überrascht, was bereits geplant und was noch auf die Beine gestellt werden soll. Und natürlich, das Versprechen habe ich bereits abgegeben, wird auch die „große“ Gemeinde ihren Teil zum Gelingen dieses schönen Jubiläums beisteuern. Wäre ja gelacht, wenn wir das nicht hinbekommen. Ich halte Sie auf dem Laufenden!

 

Das hat mir überhaupt nicht gefallen:

● Da macht man sich am Eberstein die Mühe, bastelt in seiner Freizeit und auf seinem Grundstück eine schöne Sitzgelegenheit und einen Tisch aus Natursteinen, nur, damit sich Wanderer nach Thalwenden bzw. Birkenfelde einmal ausruhen können. Es freuen sich auch viele darüber und nehmen das Angebot gern an. Leider hat es einem oder einer Truppe nicht gefallen und so ist die Bank jetzt verbogen und nutzlos! Ich würde zu gern mal so einen Zeitgenossen erwischen!

● „Die geplante Ausweisung der Wohnbauflächen wird daher von der Stadt Heilbad Heiligenstadt nicht befürwortet“. Wieder einmal hat die Verwaltung von Heiligenstadt gejammert und sich gegen ein Vorhaben von Uder gestellt. Unser Wohngebiet würde sich negativ auf die Entwicklung auswirken; Nachbarschaft sieht anders aus, liebe Städter!

Ich bin ein großer Fan und daher ein paar Zitate von ihm: Papst Franziskus (ich wünschte mir in der Amtskirche mehr davon)

Eine Gesellschaft, in der Kinder und alte Menschen im Stich gelassen werden, schneidet sich ihre Wurzeln ab und verdunkelt ihre Zukunft.

„Unschätzbar ist die Kraft, das Aufkommen an Menschlichkeit, das in einer Familie vorhanden ist: die gegenseitige Hilfe, die erzieherische Begleitung, die Beziehungen, die mit den Menschen mitwachsen, das Teilen der Freuden und der Schwierigkeiten… Die Familien sind der erste Ort, an dem wir uns als Person heranbilden, und zugleich sind sie die Bausteine für den Aufbau der Gesellschaft.“

Ein wenig Barmherzigkeit macht die Welt weniger kalt und viel gerechter.

Weihnachten ist oft ein lautes Fest: Es tut uns aber gut, ein wenig still zu werden, um die Stimme der Liebe zu hören.

 



Uderaner und Schönauer geht Wählen!