Mai 2013

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

was ich zu verantworten habe, muss ich natürlich auch vertreten. Ich bin zwar nicht der „Übeltäter“, dem diese Idee eingefallen ist, aber wir haben nun einmal im Gemeinderat die Erhebung der Straßenausbaubeiträge beschlossen und dies auch rückwirkend. Es war für mich daher naheliegend, bei der Veranstaltung des Verbandes Deutscher Grundstücksnutzer e.V. (VDGN) in Uder anwesend zu sein und meine Meinung zu vertreten. Klar, dass mir keine Sympathiewellen entgegenschlagen konnten oder wir uns spontan außergerichtlich geeinigt haben. Aber ich hatte das Gefühl, etwas zur Versachlichung des Themas und zum Verständnis meines Handels als Bürgermeister oder das der Ratsmitglieder beigetragen zu haben. Wir sind uns ja einig, dass wir nicht freiwillig unseren Bürgern ans Portmonee gegangen sind, sondern per Gesetz dazu aufgefordert wurden. Wenn nun das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe einen Beschluss (zwar für den Freistaat Bayern) zur Rechtmäßigkeit von wiederkehrenden Straßenausbaubeiträgen gefasst hat, ist es legitim, einen ähnlichen Beschluss für den Freistaat Thüringen zu erwirken. Und wenn dann ein Beschluss vorliegt, wird er auch umgesetzt! Und dies nicht nur für die Mitglieder der Prozessgemeinschaft, sondern für alle Grundstückseigentümer der Gemeinde gleichermaßen! Ich werde auf keinen Fall all jene „bestrafen“, die im Glauben auf die Rechtmäßigkeit unseres Handels ihren Beitrag überwiesen haben und dann eventuell nicht berücksichtig werden müssten. Auch dies habe ich bei der Versammlung mitgeteilt. Aber bis dahin wird noch „einiges Wasser die Leine hinabfließen“ und Sie werden es hier lesen können, wie es ausgeht.

 

 

Ihr Gerhard Martin

 

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Das Thema war noch nicht in beiden Gremien oder im Bauausschuss, wird es aber mit Sicherheit werden. Bisher wurden wir beim Thema „Schmiedegasse“ von Jahr zu Jahr auf die mangelnde Finanzausstattung des Straßenbauamtes verwiesen. Nun hatten wir die Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Frau Inge Klaan zu Gast und haben eine klare Botschaft vernommen: Keine Mittel in den nächsten 2 bis 5 Jahren! Im Gegenteil: „Wir können uns auch vorstellen, einen Planfeststellungsbeschluss auch einmal aufzuheben“. Ich bin Frau Klaan dankbar für diese eindeutige Aussage, gibt sie uns doch den „Handlungsauftrag“ wieder zurück und wir werden unsere Verantwortung für alle Anlieger und vor allem der Sicherheit unserer Schulkinder schon gerecht!

● Beim Thema „Vorzeitiger Maßnahmebeginn für unsere Wohngebietserweiterung“ hat uns Frau Klaan auch ihre Unterstützung zugesagt und wird einen Termin im Landesverwaltungsamt einberufen, an dem die Planer und ich auf die Situation aufmerksam machen wollen.

 

Was tut sich momentan in Uder?

● Die Arbeiten in der Mittelsten Binde sind im Gange!

● In diesen Tagen sind ungewollt wieder Arbeiten auf dem Friedhof notwendig. Zwei Bäume sind zum Teil so geschädigt, dass wir sie auf Anraten von Experten entfernen müssen. Zudem weist die Leichenhalle immer größere Risse auf und wir haben uns kurzfristig entschlossen, noch einen Förderantrag zu stellen. Sollte er genehmigt werden, werden wir die Fundamente stärken und in dem Zusammenhang haben wir über die Einrichtung einer Toilette nachgedacht.

 

925 Jahre Gemeinde Uder im Jahr 2014

● Das nächste Treffen vom Team Uder 2014 ist am 28. Mai um 19.30 Uhr im Gemeindehaus Riedelsburg. Interessierte sind immer gern willkommen und werden von unserer neuen Schriftführerin Caroline Herwig gern auf den neuesten Stand gebracht. Und der sieht einen Vertrag mit Detlef Jöcker vor, den jedes Kindergartenkind wegen seiner Lieder liebt und der dann erstmalig in unsere Region kommt!

● Ich möchte aber nicht nur musikalische „Leckerbissen“ zum Jubiläum anbieten, sondern auch gern den Freunden des guten Buches etwas bieten. Wer im Historischen Roman ein bisschen zu Hause ist, kennt die „Hebammen”-Saga von Sabine Ebert, die in fünf Bänden die Geschichte der Hebamme Marthe und ihres Mannes Christian erzählt. Sehr unterhaltsam und ein guter Einblick, wie man 1168 das erste Silber im Erzgebirge – in Christiansdorf, dem späteren Freiberg, fand. Leider liegt der Vertrag für die Lesung noch in der „Warteschlange“.

● Man nehme Live-Musik vom Feinsten und ein Buffet mit vielen Leckerbissen. Dann mixe man dies mit einem Einmalbeitrag und einem Feuerwerk im Leinepark und schon hat man unsere Silvestergala. Wer noch dabei sein möchte, sollte schnell sein und sich mit unserer Schriftführerin in Verbindung setzen. Wir haben die Teilnehmerzahl auf 222 begrenzt und diese ist bald erreicht.

 

Dies & Das ...

● Auf 25 Jahre seines Bestehens kann jetzt der Heimatverein „Martin Weinrich“ e.V. zurückblicken. Bereits im Mai 1988 haben sich verantwortliche Mitglieder erst zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen, da Begriffe wie Heimat, Tradition oder gar Tracht gesellschaftlich nicht sehr geschätzt waren. Seit dem Juni 1990 gibt es nun den Heimatverein „Martin Weinrich“ als eingetragenen Verein und die Gemeinde hat von den Ideen der Mitglieder nur profitiert. Als bestes Beispiel gilt natürlich die Heimatstube im Vereinshaus, die in unzähligen Arbeitseinsätzen von den Mitgliedern unentgeltlich her- und eingerichtet wurde. Aber auch der erste Eichsfelder Mundart- und Brauchtumstag oder das Ossenritterfest sind dem Wirken des Vereins zu verdanken. Unzählige Auftritte der Trachtentanzgruppe oder die Mundartvorträge von Hilde Schäfer haben in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren nicht nur das Gemeindeleben, sondern auch viele private Feiern bereichert und verschönert. Danke an alle Mitglieder, die in dieser Zeit Verantwortung getragen haben. „Traditionen pflegen ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Schüren und Weitergeben der Glut“ hat einmal ein Schriftsteller geschrieben. Möge es auch für den Verein mit dem Namen des bekannten Mundartdichters aus Uder gelten und wir uns noch oft an dessen Initiativen erfreuen!

● Das Angebot zum Frühschwimmen ist auf sehr wenig Resonanz gestoßen. Aber wir (vor allem unser Bademeister) sind flexibel und werden gern reagieren! Für die Kleinsten werden mehr Spielmöglichkeiten geboten, ein Beachvolleyballplatz soll entstehen und eine Sitzgelegenheit wurde auch von Gerhard Pilz in Zusammenarbeit mit der Waldinteressentengemeinschaft bereits aufgestellt. Danke an Beide!

 

Das hat mir gut gefallen:

● „Herr Bürgermeister, da hat ein Papierkorb gebrannt“ haben mich Jan und Jens aufgeregt angesprochen. Auf meine Gegenfrage, wo und ob es noch brennt, kam prompt die Antwort: „Da oben am Weg (gemeint war der Krimmling) und weil wir beide dringend mal mussten, haben wir damit gelöscht!“ Das nenne ich mal Geistesgegenwart! Sie gaben mir auch noch das Versprechen, solche Dumme-Jungen-Streiche nie zu machen, wenn sie groß sind! Prima und nun hin zur Jugendfeuerwehr; wir brauchen immer Leute mit Erfahrung bei der Brandbekämpfung!

● Nicht still und leise, aber doch ohne große Nebengeräusche und mit viel Liebe zum Beruf haben die Familien Riethmüller und Hildebrandt an der Hauptstraße (Schwagers Blumenladen) ein älteres Gebäude erworben und sind dabei, es für 5 Familien als neues Zuhause herzurichten. Ich durfte mich beim Richtefest vom Fortschritt der Arbeiten überzeugen und war beeindruckt, welche Möglichkeiten so eine alte Bausubstanz noch hergibt und wie sie genutzt werden kann. Wir können uns glücklich schätzen, dass es noch private Investoren im Wohnungsbau gibt! Wer aufmerksam die Presse und die Mietpreisentwicklung verfolgt, dürfte mir mit Sicherheit Recht geben!

● Was bei den ortsansässigen Vereinen der Frühjahrsputz ist, ist bei den Mitgliedern des Anglervereins das Reinigen des Leineflussbettes und der Uferböschungen; und dies ebenfalls schon seit sehr vielen Jahren. Auch dabei werden sie von unserem Bauhof mit Technik unterstützt. So weit zu der guten Seite! Was mir die Mitglieder des Vereins dann aber über die Beschaffenheit so mancher Böschung berichtet haben, damit soll sich die zuständige Behörde beschäftigen.

 

Das hat mir überhaupt nicht gefallen:

● Bereits mit Blick auf das Jubiläumsjahr hatte der Bauhof angefangen, die Blumenrabatten entlang der Straße der Einheit neu bzw. ergänzend zu bepflanzen. Und man konnte sich ja auch an der Tulpenpracht erfreuen; leider nicht überall. Obwohl wir zwei Geschäfte haben, die sich hervorragend auf Blumenarrangements verstehen, hat sich jemand seinen eigenen Strauß zusammengestellt und sich bei der Auswahl der Tulpen entlang der unteren Hauptstraße bedient!

 

Lieber Johann Wolfgang von Goethe: da wüsste ich Einige!

 

Der Undank ist immer eine Art Schwäche. Ich habe nie gesehen, dass

tüchtige Menschen undankbar gewesen wären!