November 2012

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

ich möchte heute einmal über den Tellerrand hinaus schauen und ein Thema ansprechen, das zwar in vielen Köpfen präsent ist, aber (noch) nicht öffentlich diskutiert wird. Ich meine die Landgemeinde, die andernorts bereits umgesetzt bzw. in der Diskussion ist. Ich will ausdrücklich sagen, dass wir als Gemeinde Uder nach der gescheiterten Fusion mit Lenterode keinen „Vorreiter“ mehr machen wollen, um nicht erneut den Eindruck zu vermitteln, die „Großen verleiben sich die Kleinen“ ein. Aber es darf erlaubt sein, auf unterschiedliche Aspekte aufmerksam zu machen. Bereits vor 4 Jahren habe ich in der VG-Versammlung zu Protokoll gegeben, „dass wir im Moment Geld verschenken“ und ich mir später nicht den Vorwurf gefallen lassen werde, eben dies getan zu haben. Jetzt, im Entwurf des Landrates, finden wir uns in genau den Strukturen wieder. Mit dem nicht unwesentlichen Unterschied, dass es einen finanziellen Zuschuss in Höhe von 1000 € pro Einwohner und eine erhöhte Schlüsselzuweisung für die kommenden Jahre nicht mehr geben wird. Über 500.000 Euro haben meine Kollegen nicht eingefordert, um „die Identität ihrer Gemeinde nicht zu verlieren oder von Uder vereinnahmt“ zu werden. Der Solidarpakt läuft aus, die EU-Erweiterung wird eine Verlagerung der Förderschwerpunkte nach sich ziehen und die Finanzen des Freistaates sind ja auch nicht gerade rosig. Man konnte sich an fünf Fingern abzählen, dass diese Entwicklung auf die kommunale Ebene durchschlägt. Gut, dass wenigstens drei Bürgermeisterkollegen dies jetzt erkannt haben und nun Bewegung in dieser Frage eingetreten ist. Im Gemeinderat waren wir uns einig: Wir sind für solche Gespräche offen!

Ihr Gerhard Martin

 

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● An dieser Stelle habe ich bereits mehrfach über die Diskussion und Beschlussfassung zur rückwirkenden Erhebung der Straßenausbaubeiträge geschrieben. Jetzt sind sie ausgeteilt und natürlich gibt es die erste Aufregung. Sicherlich hätte ich mich gefreut, wenn die Bescheide nach der Verabschiedung auch zeitnah versandt worden wären, aber die Mitarbeiter der Verwaltung haben nicht nur den Ort Uder zu bearbeiten. Und es war sicherlich nicht glücklich, dass auf den Bescheiden nicht der Erhebungsgrund korrekt vermerkt wurde. Im Juni habe ich an dieser Stelle bereits die konkreten Zahlen veröffentlicht und nun wurden die ersten 50 Cent/m² gewichtete Grundstücksfläche erhoben. Vor Jahren hat sich der Gemeinderat bewusst für die „Wiederkehrende Erhebung der Beiträge“ entschieden. Wir wollten eine gerechte Umlage auf alle Grundstückseigentümer und damit eine gewisse Solidarität innerhalb unserer kommunalen Familie. Dieses „Stück Solidarität“ möchte ich nun für unsere Gemeinde „erbitten“. Wir haben uns die rückwirkende Erhebung nicht ausgedacht, um Sie zu ärgern. Wir müssen ein Gesetz umsetzen und haben uns bemüht, dies so verträglich wie möglich zu gestalten. Das heißt, von einstmals 18 Maßnahmen sind nach intensiver Prüfung 9 Maßnahmen umlagepflichtig geblieben. Zudem verbleiben die Einnahmen im Gemeindehaushalt. Natürlich können auch 50 Cent/m² eine große Belastung sein und deshalb hat der Gemeinderat, wie bei den Erhebungen zuvor, die Möglichkeit der Stundung ab einer Beitragshöhe von 400 € beschlossen. Und zum Schluss: Auch in Heiligenstadt werden die rückwirkenden Beiträge erhoben! Aber auch dies hatte ich vorhergesehen und Recht behalten!

 

Was tut sich momentan in Uder?

● Wir haben die Anträge für „Jahr 2 der Dorferneuerung“ fristgerecht eingereicht. Mittelste Binde, Friedhof oder Friedrich-Fröbel-Kindergarten stehen auf der Agenda. Zusätzlich haben wir nun noch kurzfristig einen Antrag nachgereicht. Der „Geldsegen“ der Kreissparkasse macht eine vorzeitige Sanierung des Altenteils vom Knorrschen Haus möglich, ohne dass die Gemeinde (wie vereinbart) ihre eigenen Projekte dabei vernachlässigen muss.

● Unsere neue Bibliothek nimmt Gestalt an. Die Schränke, die wir dankenswerterweise von der Volksbank zur Verfügung gestellt bekommen haben, stehen, und der neue Fußboden ist auch verlegt. Die neuen Regale sind in Auftrag, die Eingangstür wird bestellt und so hoffen wir, noch in diesem Jahr mit all den schönen Büchern, CDs oder Comics im alten REWE Getränkemarkt Einzug halten zu können.

 

Dies & Das …

● Seit 20 Jahren besteht in unserem Ort die Firma „Stahlbau Berenshausen“ und hat sich bereits kurz nach ihrer Gründung als eine der ersten Firmen im neuen Gewerbegebiet angesiedelt. Bis nach Mailand haben sie bereits gute Eichsfelder Handwerkskunst gebracht und wir wünschen dem Familienunternehmen auch weiterhin viel Erfolg, immer volle Auftragsbücher und zahlungskräftige Kunden!

● Die Annahme vom Grünschnitt ist beendet und die Brenntage wurden genutzt, um den angelieferten Baumschnitt zu entsorgen. Die freiwilligen Spenden wurden zu 50% an die Mitarbeiter (3€/h) ausgezahlt und die andere Hälfte erhält die Gemeinde, um damit die Kosten für die Technik abzudecken. Auch in diesem Jahr: Herzlichen Dank!

● Zunächst war es irgendwann in den 90-ziger Jahren der aufgestellte Adventsbaum und ein Glühweinstand der CDU, dann kamen das Kon-zert des Kirchenchores und die Jurte der Pfadfinder hinzu. Nach der Feuerwehr mit ihrem Bratwurstgrill kam nun im letzten Jahr das Knorrsche Haus hinzu und wir haben die Aktivitäten am 1. Adventssonntag daraufhin in die Kirchgasse verlegt. Immer mehr Vereine wollen sich einbringen und daher wird es auch in diesem Jahr am 2. Dezember in der Kirchgasse wieder ein adventliches Flair mit Unterhaltung geben. Ich lade schon ganz herzlich ein und freue mich auf Sie!

 

925 Jahre Gemeinde Uder im Jahr 2014

● Der große Rahmen steht, wir haben die Höhepunkte terminlich vereinbart und nun geht es an die weitere Ausgestaltung des Programms, den sogenannten Feinschliff. Und wir wollen Verantwortlichkeiten festlegen, da die Mitglieder des Gemeinderates und ich mich natürlich nicht um jede Veranstaltung persönlich kümmern können. Ich bin sehr froh, dass wir viele kreative Köpfe in Uder haben, die mit guten Ideen das Fest bereichern wollen. Wettmähen wie zu Omas Zeiten, die Hochseilartisten der Geschwister Weisheit, Ausstellungen zur Geschichte des Ortes und vieles mehr. Was wir letztendlich in das Programm aufnehmen, darüber werden wir zu gegebener Zeit entscheiden, da der Gemeinderat ja auch grünes Licht zur Finanzierung geben soll. Also: Wir sammeln noch und bitten um Vorschläge!

Das hat mir gut gefallen:

● „Ich kann Ihnen sagen, dass es nach der intensiven Diskussion im Vorfeld keine Streichung von Grundzentren aus dem Landesentwicklungsplan geben wird“, so Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht auf einer Veranstaltung in Seebach, an der ich teilgenommen habe. Wir haben somit Planungssicherheit und dies ist auch gut so!

● Freiwillig haben die Karnevalisten den Rathausschlüssel am 11.11. von mir nicht erhalten, auch wenn der Präsident mit der gesamten Mannschaft angetreten ist. Der anschließende Frühschoppen und die Einblicke in die Tanzdarbietungen der kommenden Session waren sehr gelungen, hätten aber ein paar mehr Interessierte verdient gehabt.

● Zum wiederholten Mal haben wir die Großzügigkeit unseres Bau-marktes am Bahnhof erfahren dürfen. Kein Adventsbaumaufstellen ohne die Technik vom Baumarkt (und den Steiger der Firma SIEWE), kein Pflaster bei den Raststätten am Radweg und für unseren Bauhof immer ein kompetenter Ansprechpartner. Nun konnte auch der Jugendclub von der Verbundenheit profitieren. Bei Auswahl und Preisgestaltung für die benötigten Fliesen sind wir erstklassig bedient worden!

 

Das hat mir überhaupt nicht gefallen:

● Im Garten oder auf der Terrasse stören sie mich gelegentlich auch. Aber was bewegt Jemanden, in freier Natur eine Ameisenkolonie mit Gift zu bespritzen und dann auch noch die Sprayflasche einfach liegen zu lassen? Haben Sie eine Antwort? Ich leider nicht!

 

In eigener Sache:

Erstmalig (und sicherlich auch letztmalig) möchte ich über den Gemeindeboten Grüße versenden: Lieber Herr Pfarrer Jacob, alles Liebe und Gute zum 60. Geburtstag! Bleiben Sie auch weiterhin gesund und so segensreich für unsere Gemeinde. Sie sind ein Glücksfall für uns!

 

Von unserer ehemaligen Chorleiterin Annegret Vucak habe ich ein kleines Büchlein mit „Weisheiten der Welt“ bekommen.

Lucius Annaeus Seneca und Mark Aurel haben Recht!

 

 

Ich bin kein Weiser; ich werde es auch nicht werden. Verlange deshalb von mir nicht, dass ich mich mit den Besten auf gleiche Stufe stelle, sondern dass ich etwas besser bin als die Schlechten. Das genügt mir: täglich etwas von meinen Fehlern abzulegen und meine Irrtümer zu korrigieren!

Das macht den vollendeten Charakter aus; jeden Tag so leben, als wäre es der letzte, und weder erregt noch verkrampft noch unecht zu sein!

 

 



Uderaner und Schönauer geht Wählen!