September 2011

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

den 13. August 2001 werde ich nie wieder vergessen. An jenem Augusttag 2001 wurde das bis dahin modernste Stadion Europas eingeweiht und ich war mittendrin. Ich möchte jetzt kein Loblied auf den Verein halten, dem ich seit vielen Jahren gewogen bin. Mir geht es darum, zu verdeutlichen, welche Emotionen so ein Großereignis doch auslösen können. Sepp Blatter, der FIFA-Chef, Franz Beckenbauer, Uwe Seeler, Olaf Thon und Klaus Fischer aus dem fußballerischen Bereich habe ich getroffen und mit Einigen sogar gesprochen. Popgrößen wie Lionel Ritchie waren da, von Hartmut Engler, Frontsänger der Gruppe PUR, habe ich mir ein Autogramm geholt und natürlich war ich auch auf dem nagelneuen Spielfeld und habe ein paar Gräser zur Erinnerung gezupft. Noch zehn Jahre später freue ich mich und bin stolz, dabei gewesen zu sein. Jetzt steht wieder so etwas Großartiges an und auch da bin ich selbstverständlich wieder dabei. Es hat so ein Ereignis im Eichsfeld noch nicht gegeben und da ich körperlich in der Lage bin, daran teilzunehmen, gab es gar kein Überlegen. Mit Sicherheit sieht man den Heiligen Vater zu Hause auf dem Bildschirm wesentlich besser und kann seinen ganzen Besuch bei uns sehr gut verfolgen. Aber die Atmosphäre bei einem solchen Großereignis kann kein Bildschirm „rüberbringen“. Und ob ich dem Heiligen Vater ganz nahe komme oder nicht, ist zweitrangig. Er kommt zu uns, er kommt in das Eichsfeld – das ist für mich als Eichsfelder und als Katholik allemal wichtiger. Ein riesiges mediales Interesse verfolgt den Besuch von Papst Benedikt im Eichsfeld und überträgt dieses Ereignis in jeden gewünschten Winkel der Erde. Aber ich werde hoffentlich live dabei sein, freue mich sehr darauf und kann in zehn Jahren immer noch davon erzählen.

 

 

Ihr Gerhard Martin

 

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Der Hauptausschuss hat sich im Wesentlichen mit der Vorbereitung des nächsten Gemeinderates beschäftigt. Die Vereinbarung zur Unterhaltung der Blockhütte soll abschließend beraten und beschlossen und die Größe der Gedenksteine für das pflegearme Rasengrab muss noch bestimmt werden, um zwei Angelegenheiten zu nennen.

● Der Hauptausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, auch in diesem Winter wieder den Streudienst der TSI für die Landes- und Kreisstraßen in Anspruch zu nehmen. Wir haben uns für die pauschale Kostenberechnung ausgesprochen, da man hier doch eher planen kann. Die Gemeindestraßen beräumt ja bekanntlich unser Bauhof.

● War der geplante Wegfall des „Grundzentrums“ schon schwer zu verstehen, so ist der neuste Clou aus Erfurt für mich überhaupt nicht zu akzeptieren. Der Kommunale Finanzausgleich (KFA) soll in Thüringen neu geregelt werden; bei der Kassenlage des Freistaates sicherlich notwendig. Aber ich kann diese Verschiebung der Finanzen nicht allzu einseitig machen, noch dazu, wo die Kommunen bereits mit der Erhöhung der Grund- und Gewerbesteuern auf die angekündigten Veränderungen ab 2015 reagiert haben. Wenn also den Kommunen schon Gelder gekürzt werden, dass sollte man auch an die Veränderungen von Standards denken, die uns in den letzten Jahren zu massiven Mehrausgaben gezwungen haben. Und in keinem anderen Bundesland wird eine Theaterkarte mit 125 € pro Platz bezuschusst. Auch da hätte man mit Sicherheit Einsparpotential. Konkret 178.000 € weniger Schlüsselzuweisungen sieht der Entwurf für unsere Gemeinde vor. Erstmalig in der Dorferneuerung bekommen wir für unsere Vorhaben eine Förderquote von 35%. Würde ich die Summe im Haushalt zur Verfügung haben, könnte ich somit eine Maßnahme im Wertumfang von 240.300 € durchführen. Das tut sehr weh und da gibt es noch jede Menge Gesprächsbedarf; zumal uns auch schon eine Erhöhung der Kreisumlage aufgrund des KFA „angedroht“ wurde. Im laufenden Jahr hat die Gemeinde zusätzlich die Auswirkungen der wirtschaftlich schwierigen Jahre der Vergangenheit voll zu spüren bekommen. Insgesamt ca. 85.000 € mussten wir an Gewerbesteuern rückerstatten. Ich habe jedenfalls meine Bedenken auch schon nach Erfurt weitergeleitet und hoffe, dass die Sorgen der kommunalen Basis noch gehört werden. Wir möchten auch weiterhin die “Luft zum Atmen“ haben.

 

Was tut sich momentan in Uder?

● In den nächsten Tagen wird die Erneuerung der Kleinsportanlage in Angriff genommen. Der Landkreis finanziert den Umbau und die erste Beratung hat schon vor Ort stattgefunden. Mein Vorschlag, die neue Kunststoffbahn mit der gleichen Farbe wie im Olympiastadion von Berlin zu versehen, wurde wohlwollend aufgenommen.

● Eine solch schlechte Bilanz des Freibades hatte wir sehr lange nicht mehr. An Eintrittsgeldern ist gerade einmal die Pumpenreparatur eingenommen. Helmut Preis hat wieder penibel Buch geführt und ich möchte mich sehr herzlich bei ihm für die akribische Arbeit bedanken.

● Das Dach der Pfadfinderscheune wird mit dem zugesagten Geld der Ministerpräsidentin und einem Gemeindezuschuss in den nächsten Wochen erneuert. Zudem planen die Pfadis eine Reaktivierung des alten Zeltplatzes beim kleinen Hülfensberg in Richtung Lutter.

 

Dies & Das …

● Die Thüringer Landgesellschaft hatte zu einer Informationsveranstaltung bezüglich der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie eingeladen. Anhand von Karten und einer Präsentation wurde uns vorgeführt, welche Maßnahmen nun zur Renaturierung der Leine zwischen Arenshausen und Uder vorgesehen sind. Die Planungen sind weit fortgeschritten; allein die Eigentümer und Pächter der Flächen sind noch ins Boot zu holen.

● Die Veränderungen beim Ossenritterfest sind bekannt. Auch die Kirmesburschen haben über ein Mehr an Attraktivität nachgedacht und dies beim Gespräch mit Pfarrer und Bürgermeister vorgestellt. Es geht speziell um den Kirmessonntag, der ja nun zusammen mit dem Ossenritterfest gestaltet werden soll. Nach dem Hochamt bieten die Kirmesburschen nun einen Frühschoppen und die Möglichkeit des gemeinsamen Mittagessens an. Bei wem an diesem Tag „die Küche kalt bleiben“ soll, kann also am Buffet der Kirmesburschen teilnehmen (genaue Informationen kommen noch in alle Haushalte). Um 15.00 Uhr ist dann das Ständchen für den Pfarrer und Bürgermeister beim Ossenritter im Park und von dort soll es dann mit allen Vereinen auf den Saal gehen. Zunächst ist Kaffee und Kuchenzeit und die Kinder werden mit einem eigenen Programm betreut. Im Anschluss beginnt dann das Fest der Vereine und dies endet, wenn der letzte Gast den Saal verlassen hat! Ich hoffe, dass Sie die Angebote annehmen und Kirmes und Ossenritterfest ein Erfolg werden!

 

Das hat mir überhaupt nicht gefallen:

Und wieder einmal hat uns auch der Freistaat Thüringen eine „Hausaufgabe“ aufgegeben, mit der wir uns beim besten Willen nicht anfreunden können: die Nacherhebung von Straßenausbaubeiträgen für die Jahre 1992 bis 2002; also bis zur Verabschiedung der eigenen Straßenausbaubeitragssatzung. Die Kommunalaufsicht erwartet von uns eine Stellungnahme bis Ende September. Ob wir diesen kurzfristigen Termin einhalten, wage ich zu bezweifeln, da wesentliche Fragen nicht geklärt sind. Dies fängt bei den Grundstückseigentümern und den Grundstücksflächen in den betreffenden Jahren an, setzt sich über die unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen fort und mündet in der alles entscheidenden Frage: Warum hat uns die Kommunalaufsicht nicht schon in den Jahren 1992 bis 2002 gesagt, dass wir die Beiträge erheben müssen. Denn wir haben immer wieder bei der Einführung der eigenen Satzung im Jahr 2002 betont, dass damit alle zurücklie-genden Maßnahmen abgegolten sind. Es wird also spannend.

 

Das hat mir gut gefallen:

● Ein Anruf hat genügt und schon hat Schuldirektor Günter Dölle eine Projektarbeit aus meiner Idee gemacht. Ich würde nämlich gern im nächsten Jahr bei unserer Teilnahme am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die Gäste mit einer Bewerbungsmappe überraschen, die Uder mit den Augen von Kindern und Jugendlichen sieht. Auf die Umsetzung freue ich mich und bin auf jeden Fall sehr dankbar, mit unseren Schulen immer gute Ansprechpartner zu haben; das gilt übrigens für die Grund- und die Regelschule gleichermaßen.

● 292 Interessierte haben beim Tag des Offenen Denkmals den Weg zum Knorrschen Haus gefunden. Alle Mitgliedsanträge waren vergriffen und auch der Spendentopf war gut gefüllt. Ein Zeichen, dass wir mit dem Erhalt dieses wertvollen Ensembles doch richtig liegen.

 

 

Max Pilz hat mir beim Tag des Offenen Denkmals einen Spruch gesagt, der sich auf das historische Areal bezieht:

 

Verhalte hier des Schrittes Schwung, du gehst durch Uder`s Ursiedlung Die Eulenburg, der Kirche Grund mit Kessenborn zu Dritt im Bund Sah`n wie der ersten Sippe Mannen die Siedlung Othera begannen

 



Uderaner und Schönauer geht Wählen!