Oktober 2011

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

es ist nach so vielen Ausgaben das allererste Mal, dass Sie einen Gemeindeboten in der Hand halten, der nicht ganz aktuell ist. Der Grund ist schnell erzählt: Urlaub! Wenn Sie diese Zeilen lesen, haben meine Frau und ich „Auszeit“ vom Alltag und wollen uns fernab von Arbeit, Sprechstunden oder Versammlungen etwas erholen. Damit Sie aber die neusten Informationen aus dem Gemeinderat dennoch nicht aus der Gerüchteküche erhalten, habe ich „vorgearbeitet“ und will Ihnen die gefassten Beschlüsse in gewohnter Art und Weise frei Haus liefern. Lassen Sie mich aber noch ein Wort zu dem wohl wichtigsten Ereignis in der jüngsten Geschichte des Eichsfeldes sagen: Wunderbar und großes Lob! Ein ganz herzliches Dankeschön an all jene, die irgendwie mit der Vorbereitung, Durchführung oder Nachbereitung des Besuchs des Heiligen Vaters zu tun hatten. Ich weiß, dass auch aus unserer Gemeinde Mitglieder eingespannt waren; ob nun im Kirchenchor, bei den Messdienern oder als Busfahrer. Ihnen gilt mein besonderer Dank. Es war einmalig und ich bin sehr dankbar, dass ich nach der Wende nun auch noch den Papst in meiner Heimat erleben durfte. Ich weiß und konnte es teilweise auch nachlesen aber auch um die andere Diskussion: „Personenkult“, „hohe Kosten“, „lieber das Geld nach Afrika geben“. Aber es gilt festzuhalten: Keine andere Institution kümmert sich so vielfältig um Entwicklungsländer oder ist bei Katastrophen zumeist zuerst vor Ort wie die Hilfsorganisationen der Kirche. Und ist es nicht auch ein Stück Personenkult, was in der Bundesliga passiert oder was für Summen gezahlt werden, allein wenn ein Torwart (20 Mill.) wechselt? Für mich war es in Etzelsbach gut angelegtes Geld.

 

 

Ihr Gerhard Martin

 

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Wir waren uns beim Thema „rückwirkende Erhebung von Straßenausbaubeiträge“ einig – so geht es nicht! Um aber die Reaktionen aus anderen Gemeinden abzuwarten, um eventuell eine gemeinsame Vorgehensweise abzustimmen, oder weil die Verwaltung in der Kürze der Zeit die Bearbeitung der Fälle gar nicht leisten kann, haben wir zunächst die Kommunalaufsicht um eine Fristverlängerung gebeten. Gleichzeitig habe ich den Innenminister informiert, dass wir mit dieser Gesetzesvorlage überhaupt nicht einverstanden sind. Wir wurden immer wieder in dem Glauben gelassen, dass mit der Verabschiedung der eigenen Satzung alle vorherigen Maßnahmen abgegolten sind. Sollte sich dies als Irrglaube erweisen, wollen viele meiner Gemeinderatsmitglieder entsprechende Konsequenzen ziehen. Abwarten!

● Die Einigkeit war bei der Beschlussfassung zur Nutzungsvereinbarung für die Blockhütte dahin. Um einmal eine Zahl zu verdeutlichen: Wir könnten der Waldinteressentengemeinschaft die Blockhütte 170-mal vermieten, dann käme erst der Betrag zusammen, die sie aus ihrer Vereinskasse in die Blockhütte investiert haben; ohne die vielen Stunden, die ihre Mitglieder dort unentgeltlich geleistet haben. Daher sah die große Mehrheit es auch als richtig an, dass wir der Waldinteressentengemeinschaft für ihr außerordentliches personelles und finanzielles Engagement auch eine Bevorteilung in Höhe von 50% bei der Anmietung einräumen sollten. Und das halte ich für vertretbar. Viel wichtiger ist aber, dass wir ab sofort mit der Vermietung beginnen können, wobei es bei den Gebühren keine Veränderungen gab: 50 € für einen Tag und 20 €, wenn man zusätzlich das Notstromaggregat nutzen möchte. Über die Höhe der Kaution waren wir uns auch bereits im Vorfeld einig. Sie fällt zwar mit 200 €uro sehr hoch aus, aber bei ordnungsgemäßer Übergabe wird das Geld ja wieder erstattet bzw. verrechnet. Und aus eigener Erfahrung (habe mich ordentlich angemeldet und bezahlt) kann ich sagen: es ist ein super Flair und ein ganz tolles Erlebnis, wenn man dort auch noch übernachtet.

● Eine nochmalige Auslage der vereinfachten Änderung des Bebauungsplanes Nr. 6 für das Wohngebiet Bachrasen/Ziegelweg wurde beschlossen. Sie war im Vorfeld mit den Anwohnern beraten worden.

● Wie berichtet, wurde auch die Friedhofssatzung nochmals ergänzt. Dabei haben wir den Vorschlag der UDF aufgegriffen, keine starren Maße bei den Gedenksteinen für das pflegearme Rasengrab zu verwenden. Diese Regelung wurde auch auf Urnengräber übertragen.

● Die Blockhütte und das Schwimmbad wurden zusätzlich in die Satzung und die Gebührensatzung für zur Betreibung Öffentlicher Einrichtungen aufgenommen und von daher machte sich eine erneute Beschlussfassung darüber notwendig.

 

Dies & Das …

● Erika Hinstock pflegt seit vielen Jahren kranke Mitbewohner in ihrem Umfeld. Bärbel Müller kümmert sich liebevoll darum, dass alle älteren Leute zu ihren Geburtstagen auch ein Präsent der Kirchengemeinde bekommen. Gerhard Glorius und Horst Engel sind als „gute Seelen“ und Übungsleiter beim FSV 1921 Uder nicht mehr wegzudenken. Und was haben alle zusammen nun gemeinsam? Alle vier habe ich zur Ehrenamtsveranstaltung des Landkreises vorgeschlagen und bedanke mich auch hier für ihr unermüdliches Wirken. Man gewinnt ja zunehmend den Eindruck, diese Spezies stirbt aus. Schön, dass der Landkreis an dieser Tradition festhält und wir damit auch einmal Mitmenschen ehren können, für die Ehrenamt noch Ehrensache ist.

● Seit einem Jahr ist nun das Gemeindehaus Riedelsburg die erste Adresse für Veranstaltungen jeglicher Art in der Gemeinde. Zeit, einmal öffentlich Bilanz zu ziehen und damit zu verdeutlichen, ob sich die Investition gelohnt hat. Zunächst aber gilt mein ganz herzlicher Dank Annette Sidow und Renè Hackethal. Ohne diese „guten Geister“ wäre die Akzeptanz um einiges geringer ausgefallen. Wir haben in diesem einen Jahr den Gemeindesaal für 27 Veranstaltungen vermietet bzw. entsprechend der Satzung kostenfrei zur Verfügung gestellt. Und gar 45-mal wurde im Gemeinderaum gefeiert, gelacht oder diskutiert und debattiert. Nach Überwindung der „Kinderkrankheiten“ und einigen kleinen Veränderungen kann man nun alle Vorteile dieses modernen Hauses nutzen und vergnügliche Stunden zubringen.

● Wieder zählen die abgelegenen Waldwege und Uferränder zu den Gewinnern der kostenlosen Grünschnittannahme. Und lieber einmal ein etwas größeres Feuer als viele kleine bis zum Ende der Brenntage.

● Es muss einfach Spaß machen, im Park gegen die Laternenmasten zu trampeln, damit die Lichter ausgehen. Wenn man nun schon nicht der Hellste ist, sollten doch Andere wenigsten nicht darunter leiden und gerade in dieser Jahreszeit sicher den Park passieren können.

 

Das hat mir nicht gefallen:

● Auch nach der Teilnahme an der entsprechenden Regionalkonferenz in Bad Langensalza ist das Thema „Grundzentrum“ noch nicht vom Tisch. Einzig die Nähe zur Kreisstadt und damit zu einem Mittelzentrum ist anscheinend der Beweggrund, uns den Status abzuerkennen. Ich habe unserer Bemühungen nochmals verdeutlich und es ist uns eine Einzelfallprüfung in Aussicht gestellt worden. Wir müssen jetzt landesplanerisch noch schnellstens die Hausaufgaben erledigen, wo wir eine Zustimmung vom Land benötigen. Das heißt, wenn wir noch ein Baugebiet ausweisen wollen, sollten wir dies nicht „auf die lange Bank schieben“, denn da könnte es liegen bleiben!

 

Das hat mir gut gefallen:

● Man konnte der jungen und couragierten Reitlehrerin Yvonne Jünemann den Stolz im Gesicht ablesen: Eichsfeldmeister! Mit der jüngsten Mannschaft trat ihr Team vom Reiterhof Kobold in Nesselröden an, gewann und sorgte für ein tolles Geburtstagsgeschenk für Opa Rudi.

● Auf 20 Jahre blickt die Familien- und Ferienstätte Eichsfeld nun mit Stolz zurück. Aus der „grauen FDGB-Maus“ ist eine Einrichtung erwachsen, die unseren Ort über die Kreis-, Landes- und Bundesgrenzen hinaus bekannt macht. Viele Familien haben dort ausgespannt, vielfältig ist das Angebot an Kursen und auch als Arbeitgeber möchte ich das Team um den engagierten Leiter, Herrn Schröter, nicht missen. Wir konnten in den letzten Jahren einige gemeinsame Aktionen durchführen und ich wünsche der Einrichtung noch viele gute Jahre.

● Selbstständig! Diesen Traum hat sich unsere Nachbarin erfüllt und Nadine Lamprecht bietet exklusive Nagelpflege und ein reichhaltiges Programm kosmetischer Behandlungen an. Es bleibt ihr zu wünschen, dass sich ihr Mut auszahlt. Dass sie prima Arbeit leistet, hat mir meine Frau bestätigt. Und wer widerspricht schon der eigenen Frau?

 

 

Marcus Tullius Cicero (106-43) Römischer Redner und Schriftsteller hat Aussagen gemacht, die heute noch aktuell sind:

 

Hast du ein Gärtchen und eine Bibliothek, so wird dir nichts fehlen!

Anteilnehmende Freundschaft macht das Glück strahlender und erleichtert das Unglück!

Der Staatsdienst muss zum Nutzen derer geführt werden, die ihm anvertraut sind, nicht zum Nutzen derer, denen er anvertraut ist!



Maisprung auf die Blockhütte