November 2011

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

Sie brauchen keine Sorgen zu haben, dass im Gemeindeboten jetzt auch noch „Uder-Ost“ begrüßt wird. Es war ein schöner und witziger Auftakt zur närrischen Zeit und mehr sollte es auch nicht sein. Mit Siegfried Arand hatte ich die Ortseingangs- und Ausgangsschilder von Heiligenstadt kurzzeitig mit „Uder-Ost“ überklebt (Manfred Wenzel hat ein kleines Video gedreht) und somit „im Handumdrehen den Möhrenkönigen am 11.11 2011 einen neuen Bürgermeister vorgesetzt“. Aber: Ich habe und hatte nie Ambitionen auf das Bürgermeisteramt in Heiligenstadt und werde somit auch nicht exakt 799 Einwohnerinnen und Einwohner in Uder und Schönau enttäuschen, die mir erst 2010 ihr Vertrauen schenkten. Punkt!

Es war ein Experiment und hat uns zweierlei Erkenntnisse gebracht: 1. Die Uhrzeit und das Programm waren richtig und 2. Der Tag muss wieder eigenständig bleiben. Gemeint ist das diesjährige Ossenritterfest. In einer kleinen Auswertung sind sowohl Herr Pfarrer Jakob als auch der Kirmesburschenchef Ingo Köhler und Dirk Rheinländer von den Uderaner Musikanten zu dieser Erkenntnis gelangt. Und was noch richtig war: der Ossenritter des Jahres. Albert Liese hat sich über Jahre für diese Auszeichnung empfohlen und ich bin ihm für seine unermüdliche Arbeit in der Gemeinde sehr dankbar. Ich danke auch meiner Stellvertreterin Monika Weinrich. Sie wurde dieses Jahr „ins kalte Wasser geschmissen und auf den Rücken des Ochsen gesattelt“, da ich nicht im Lande war. In der traditionellen Runde mit allen Vereinsvorsitzenden zum Jahresende werden wir das Ossenritterfest aber noch tiefgründiger auswerten, da es noch einige, auch kritische, Hinweise gab. Sie erfahren es dann exklusiv.

 

Ihr Gerhard Martin

 

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Die nächsten Sitzungen stehen planmäßig erst an. Vielleicht einmal

die Gelegenheit, zu den aktuellen Diskussionsthemen wie Kommunalfinanzen, Straßenausbaubeiträgen oder zur Landesentwicklungsplanung Stellung zu beziehen bzw. die Sachlage zu erläutern. Kommunalfinanzen: „Rus us de Kartuffeln – rin in de Kartuffeln“; mehr bräuchte man eigentlich nicht zu sagen. Wie viel an Schlüsselzuweisungen letztendlich an die Kommunen überwiesen wird, soll nun endgültig in der nächsten Woche bekannt gegeben werde. Erst danach können wir daran gehen, das nächste Jahr zu planen. Fest steht: Die Kreisumlage steigt lediglich um ein Prozentpunkt. Das tröstet uns nicht wirklich, aber das Eichsfeld hat damit thüringenweit die niedrigste Rate. Zum Vergleich: Im Landkreis Gotha sind 7 % im Gespräch! Straßenausbaubeiträge: Bis zum 6. Januar muss sich die Gemeinde entschieden haben, welche Variante sie nun bevorzugt. Nach wie vor lehnen wir eine rückwirkende Erhebung strikt ab. Ich muss aber auch einmal klar stellen: Es war eine richterliche Entscheidung, die uns dieses Dilemma aufgebrummt hat. Die Landesregierung musste diese Entscheidung dann umsetzten. Landesentwicklungsplanung: mittlerweile hat auch die Gemeinde Arenshausen als Teil des Grundzentrums ihre Stellungnahme abgegeben. Nachdem die Ministerpräsidenten auf dem Landesparteitag der Gemeinde Uder „Mut und Zuversicht gemacht hat“ bin ich auf die weiteren Schritte gespannt.

 

 

Dies & Das …

● Er war fast ein ganzes Jahrzehnt in der Gemeinde tätig, das schöne

Schwimmbad trägt seine Handschrift und nun verlässt er den Bauhof auf eigenem Wunsch – Matthias Kistner. Lieber Matthias: auch an dieser Stelle Alles Gute an deiner neuen Wirkungsstätte und ich hoffe, dass wir auch zukünftig noch Zeit haben, ein Bier zusammen trinken zu können. Schön, dass du der Feuerwehr und speziell der Jugend-feuerwehr, an der du mit so viel Herzblut hängst, treu bleibst. Danke!

● Ob und wann wir diese Stelle besetzten, ist noch nicht entschieden. Wir haben die Möglichkeit, so kurzfristig Kosten einzusparen. Es liegt zwar in meinem Ermessensspielraum, aber ich werde mich trotzdem wie gewohnt mit dem Hauptausschuss abstimmen. Aber bitte keine Bewerbungen abgeben; einmal eine große Bewerberzahl zu enttäuschen reicht mir. Man muss einen Fehler ja nicht zweimal machen!

● Auch in diesem Jahr wird es am ersten Adventssonntag wieder ein wenig weihnachtliches Flair in unserer Gemeinde geben. Ich bitte schon jetzt die Anwohner der Kirchgasse um Verständnis, wenn am 27. November ab 15.00 Uhr erstmalig dieses Straße als Veranstaltungsort genutzt und zu diesem Zweck für die Stunden gesperrt wird. Eine höhere Sicherheit für die Besucher und die Einbeziehung des Knorrschen Hauses sind der Hintergrund. Was alles geboten wird, kann man den Aushängen in der Gemeinde entnehmen.

● Das Denunziantentum ist auf dem Vormarsch! Ein anonymer Anruf in der Bauverwaltung des Landkreises hat ausgereicht, dem Bürgermeister eine Anhörung gemäß § 28 Abs. 1 Thüringer Verwaltungsverfahrensgesetz zu bescheren und mich gezwungen, eine Stellungnahme zu verfassen. Gleich 4 Mitarbeiter der Kreisverwaltung samt Abteilungsleiter kamen zu einem Vororttermin in den Wessen und nun soll ich in den Unterlagen des Kreisarchivs und der Verwaltung kramen, um eventuell noch vorhandene Baupläne der betagten Hütte ans Licht zu befördern. Auch der Hinweis auf vergleichbare Objekte nahe Fürstenhagen, bei Lutter oder im Dachstal bei Heiligenstadt hat nicht gefruchtet. Es spielte auch keine Rolle, dass in den neunziger Jahren die Blockhütte mit Unterstützung einer Bildungseinrichtung erst wieder aufgebaut wurde, dass wiederholte Zündeleien uns erst zur Umnutzung veranlasst haben oder dass wir am Status Quo nichts verändert haben: durch den Denunzianten ist es in den Augen der Behördenmitarbeiter zu einem „Verfahrensakt“ geworden und am liebsten hätten man gesehen, wir würden den Rückbau veranlassen. Da stelle ich mir schon die Frage: Wo leben wir denn eigentlich?

 

 

Was tut sich momentan in Uder?

● Der Kunstrasenplatz ist fertig! Der Sportverein hat es rechtzeitig zu Beginn der unbeständigen Witterung geschafft, diese Fläche für den Trainingsbetrieb nutzbar zu machen. Wollen hoffen, dass es hilft!

● Die Umbauarbeiten zur neuen Arztpraxis laufen nach Plan, wenn man dies bei einem alten Haus sagen kann. Wie schon bei der Renovierung der Zahnarztpraxis oder bei der Dach- und Fassadenrenovierung ist die Planung des Ganzen bei Frank Stützer und Annette Blechschmidt vom gleichnamigen Ingenieurbüro in sehr guten Händen. Schade, dass nicht einmal alle einheimischen Handwerker eine Beteiligung bei den Ausschreibungen in Erwägung gezogen haben.

 

Das hat mir nicht gefallen:

● Sogern wir begrüßen, dass der Heidkopftunnel nun auch für den Gefahrguttransport zugelassen werden soll, so sehr müssen wir um die Ausstattung unserer Feuerwehr kämpfen. Was auf niedersächsischem Gebiet zur Verfügung gestellt wird, ist bei uns noch nicht erreicht. Es darf aber keine Kameraden 1. oder 2. Klasse geben! Wer ehrenamtlich sein Leben zur Verfügung stellt, hat eine bessere Anerkennung verdient. Gemeinsam mit unseren Feuerwehrchefs bin ich mit meinem Kollegen aus Arenshausen in den entsprechenden Verhandlungen.

 

Das hat mir gut gefallen:

● Nach erfolgter Generalsanierung ihrer Räumlichkeiten, und zur Freude der Gemeinde auch der Außenfassade, hat die Volksbank Heiligenstadt eG wieder ihr Domizil bezogen. Die Gemeinde konnte sich aber auch noch über einen 500-€-Check freuen, den die Vorstandsmitglieder Frank Sander und Walter Dettenbach im Gepäck hatten. Das Geld bleibt im Haus; nur eine Etage tiefer. Mit viel Elan sind eine Handvoll Jugendlicher in ihrer Freizeit dabei, dem Jugendclub „wieder Leben einzuhauchen“ und freuen sich über diesen Zuschuss zur Ausstattung.

● Seit zwanzig Jahren gibt es Sie schon und in dieser Zeit haben Sie für unseren Ort viel Gutes bewirkt: die Pfadfinder. In diesen Tagen konnten Sie ihr Jubiläum feiern und rechtzeitig zu diesem Anlass ist auch das Dach der Pfadfinderscheune fertig geworden, das ja bekanntlich das „Gastgeschenk“ der Ministerpräsidentin gewesen ist – natürlich auch mit großzügiger Unterstützung der Gemeinde!

● Ich konnte mich auf sein Wort verlassen und er hat meinen Plan von der Umnutzung des ehemaligen Kindergartens zum altersgerechtes Wohnen stets begleitet – Stefan Baudach. Nun ist es durch die Ausschreibung des Objektes anders gekommen und wir werden mit einem einheimischen Unternehmer die ehrgeizigen Ziele angehen (Näheres nach Vertragsabschluss). Aber ein großes Dankeschön an den Juniorchef (?) der TWE, der mir mit seiner Zusage die nötige Sicherheit und „Rückendeckung“ gegeben hat. Ohne sein Mittun wären wir noch lange nicht soweit – auch dies musste einmal geschrieben werden.

 

 

Wieder ein Jahr älter! George Bernard Shaw, großer irischer Nobelpreisträger (106-43) hat passend dazu gesagt:

 

Das Alter hat zwei große Vorteile: Die Zähne tun nicht mehr weh und man hört nicht mehr all das dumme Zeug, das ringsum gesagt wird!