Juni 2011

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

dafür muss ich ganz einfach die Verantwortung übernehmen. Es tut mir leid, dass Sie bereits den veränderten Steuerbescheid in der Hand gehalten haben, ohne vorher ausreichend informiert worden zu sein. Ich hatte es zwar schon angedeutet, aber dies ist als Begründung sicherlich unzureichend gewesen. Ja; wir haben im Gemeinderat uns für veränderte Grundsteuern A und B und für eine Veränderung der Gewerbesteuer entschieden und sind einer Empfehlung des Gemeinde- und Städtebundes gefolgt, um im Jahr 2015 den annähernd gleichen Sockelbetrag an Schlüsselzuweisungen zu erhalten. „Damit befördert ihr die Politikverdrossenheit. Der Bürgermeister bekommt mehr Geld und die Grundstückseigentümer, Gewerbetreibenden und Handwerker dürfen es bezahlen“ hat mir ein netter Handwerker gesagt und ich gebe ihm zum Teil Recht. Vielleicht zur Ehrenrettung: Viele Gemeinden haben (besser mussten) ebenfalls diese Veränderungen vornehmen, da der finanzielle Spielraum für uns immer geringer wird. Und immer öfters werden uns finanzielle Lasten aufgebürdet, denen wir uns nicht entziehen können. Aber darauf habe ich schon hingewiesen. Auch zur Erhöhung der Aufwandspauschale für mich und unsere Gemeinderatsmitglieder stehe ich, denn ohne diese ehrenamtliche Arbeit ist ein einigermaßen funktionierendes Gemeinwesen nicht mehr zu erreichen. Sie wissen selbst, wie groß die Bereitschaft zum Ehrenamt noch ist und da kann man für gute Arbeit auch gutes Geld verlangen; zumal diese Summen im Haushalt wirklich nicht dramatisch sind. Da gibt es andere Positionen, die mir mehr im Magen liegen. Trotz allem; noch macht es uns im Gemeinderat Spaß, die Entwicklung der Gemeinde so positiv zu beeinflussen.

 

 

 

Ihr Gerhard Martin

 

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Mittlerweile haben wir einen Nachtragshaushalt beschlossen, da sich doch Haushaltsansätze als nicht real herausgestellt haben, z.B. wird der Umbau im Ärztehaus wesentlich teurer (145.000,- €). Auf die Erhöhung der Steuern bin ich eingegangen und möchte Ihnen hier die wesentlichen Zahlen vorstellen: im Verwaltungshaushalt machen unsere Umlagen an den Landkreis (574.000) und die VG (311.000) den größten Posten aus. Der Bedarf für unsere Kindergärten (ca. 420.000) ist auf Grund gesetzlicher Veränderungen gestiegen und natürlich wollen unsere Mitarbeiter auch entlohnt (138.000) werden. Einnahmen haben wir durch: Schlüsselzuweisungen vom Land (730.500), Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer (354.000), Grundsteuer A (8.000) und B (190.000), Gewerbesteuer (420.000) und dem Familienlastenausgleich (70.000).

Im Vermögenshaushalt schlagen Zuschüsse für den Neubau (2.Rate von 150.000) und den Spielplatz (20.000) unserer Kindergärten zu Buche. Die Schlussrechnungen für Gemeindehaus (90.000) und Kirchgasse (19.000), der Einsatz für neue Technik im Bauhof (115.000 €), wobei wir den ersten Ansatz deutlich reduziert haben, die Erstellung des Flächennutzungsplanes (51.000) sowie der Erwerb der öffentlichen Flächen im neuen Wohngebiet (36.000) sind größere Posten. Über den Verkauf alter Bauhof und Kauf neuer Bauhof/Bibliothek habe ich informiert und natürlich ist ein erster Betrag (10.000) für Innenarbeiten vorgesehen. Hier wollen wir durch Eigenleistung unseres Bauhofes eine deutliche Kostenreduzierung erreichen. Um alle Maßnahmen realisieren zu können, mussten wir ein Kommunaldarlehen (190.000) beantragen.

● Durch den Trägerwechsel im Katholischen Kindergarten hat der Gemeinderat einen neuen Vertrag zur Übernahme der Betriebskosten beschlossen und für die Grundstückseigentümer in Schönau ist der Anteil an den Straßenausbaukosten festgelegt worden.

 

Was tut sich momentan in Uder?

● „Ich bin dem Gemeinderat für diese Weitsicht außerordentlich dank-bar, da wir uns noch gemeinsam für diese Art der Bestattung ausgesprochen haben“. Viel zu früh musste Maria Pluntke von ihrem Reinhardt Abschied nehmen und für uns kam es schneller als uns lieb war, dass wir den neuen Gestaltungsplan für den Friedhof umsetzen mussten. Nach dem ersten Rasengrab wird bald auch die erste Urnengrabstätte nach dem neuen Entwurf angelegt und somit schon begonnen, den Friedhof neu zu gestalten. Um weiteren Gerüchten den Nährboden zu entziehen: kein Grab muss vor der gesetzlich festgelegten Ruhezeit geräumt werden und kein intakter Gehweg wird ersetzt. Wir haben es „nicht zu dicke“! Die Erweiterung ist auf Jahre angelegt und die Umsetzung des ganzen Planes geht sogar bis in das Jahr 2028.

● Der Pilger bekommt im Moment seinen Stammplatz hergerichtet.

● Noch sind die Arbeiten nicht ganz abgeschlossen und die Nutzungs-vereinbarung ist auch noch nicht ausformuliert. Aber drei Details stehen fest: es wird eine wunderschöne Blockhütte, sie wird ausnahmslos nur an Einwohner aus unserem Ort vermietet und dies für gesellige Anlässe nur vom Freitagabend bis Sonntagnachmittag. Dafür liegt die Hütte bekanntlich im Jagdrevier. Für Schulklassen, Kindergärten oder Bildungseinrichtungen steht sie an Wochentagen zur pädagogischen Nutzung kostenfrei zur Verfügung. Wo und wann man sich anmelden kann, werde ich rechtzeitig mitteilen. Wer sie einmal besichtigen will, hat am 9. Juli von 10.00 bis 13.00 Uhr dazu Gelegenheit.

● „Unser Dorf hat Zukunft“ – wir haben uns angemeldet und schon gewonnen! Wie das? Es gab halt nur eine Bewerbung. Während einer Fachtagung des LEADER Managements im Gemeindehaus Riedelsburg verkündete der Landrat inoffiziell diese Mitteilung. Pikant: Als Kreissieger nimmt man automatisch am Landeswettbewerb teil. Jetzt liegt es auch ein Stück an Ihnen, wie wir im nächsten Jahr abschneiden werden. Sauberkeit und gepflegtes Äußeres haben mit Sicherheit Ein-fluss auf die Entscheidung der Bewertungskommission, die unsere schöne Gemeinde irgendwann „heimsuchen“ wird. Wir haben zwar eine Satzung, die das Reinigen von Straßen und Gehwegen regelt, aber mir ist es lieber, wenn es Ihnen ein Bedürfnis ist, dass unser Ort adrett aussieht. Und damit kann man nicht früh genug anfangen!

 

Dies & das …

● Wir müssen versuchen, aus der Situation bis zum Ende der Baumaßnahmen in Lenterode das Beste zu machen. Ich weiß, dass es keine optimale Lösung und immer wieder Verkehrsteilnehmer gibt, die sich nicht an aufgestellte Regeln halten. Auf „Auswärtige“ habe ich keine Einflussmöglichkeiten; aber wenn Sie diese Zeilen lesen und ebenfalls den Verbindungsweg benutzen, denken Sie bitte an unsere Kinder und Anlieger; fahren Sie vernünftig und nehmen Sie Rücksicht!

● Der nächste Gemeindebote kommt erst wieder im August ins Haus!

 

Das hat mir gut gefallen:

● Kreismeister! Unsere 1. Mannschaft noch nicht, die haben einen respektablen dritten Platz erreicht. Aber unser Nachwuchs, speziell die C-Junioren, können sich im Landkreis sehen lassen und haben die Saison als Klassenprimus abgeschlossen. Nun geht es gegen Schlotheim um den Aufstieg! Wir gratulieren und drücken dem Team ganz fest die Daumen und hoffen, dass sich die junge Truppe mit ihren engagierten Betreuern damit selbst den schönsten Lohn bereiten.

● Der Anfang ist gemacht; der „Freundeskreis Knorrsches Haus“ hat seine Arbeit aufgenommen. Und dass diese nicht zu knapp ausfällt, davon konnten sich die Damen und Herren selbst ein Bild machen. Ich bin für dieses Engagement sehr dankbar und wünschte mir noch ein paar Mitstreiter. Zum Verständnis: Keine „billigen Arbeitskräfte“, sondern Interessierte für Geschichte, Kultur und Baukunst der Vergangenheit. Aber „Handanlegen“ sollte natürlich auch vorhanden sein.

 

 

Das hat mir nicht gefallen:

● Er war zweimal im Gemeindeboten angekündigt und auch im Aushang der Gemeinde wurde darauf hingewiesen – der Termin zur Information über das Dorferneuerungsprogramm. Frau Petri vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung ist extra aus Ebeleben angereist, um uns über die Fördermöglichkeiten zu informieren. Trotzdem haben sich nur eine Handvoll Interessierter im Gemeindehaus Riedelsburg eingefunden. Die aber waren dankbar für die Aussagen, welche privaten Maßnahmen wann und in welcher Höhe gefördert werden.

• „Erbost“ ist noch eine Verniedlichung für die Gemütslage, mit der junge Muttis auf die Zustände um den Spielplatz im Park hingewiesen haben. Verdreckte Sitzbänke, pöbelnde Jugendliche und das leidige Problem mit den leeren Chipstüten und Coladosen sind immer wieder die Kritikpunkte. Ich weiß um die Sorgen, möchte aber wegen der paar Unverbesserlichen nicht die Sitzgruppe versetzen. Das hieße kapitulieren und wir hätten den Ärger nur verlagert. Erziehung heißt das Zauberwort und die fängt bekanntlich im Elternhaus an! Bitte liebe Eltern, reden Sie mit ihren Sprösslingen; ich werde es auch verstärkt tun. Hoffentlich haben wir Erfolg; im Interesse unserer Jüngsten.

 

 

Mark Twain, amerik. Schriftsteller, hat einmal festgestellt:

 

Menschen mit einer neuen Idee gelten solange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat!

 



Maisprung auf die Blockhütte