Januar 2011

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

nun sind die Eltern über die veränderten Beiträge für die Betreuung ihrer Sprösslinge informiert worden und dabei sind mir zwei Sätze aufgefallen, die ich so nicht im Raum stehen lassen kann. Ich übernehme gern Verantwortung, wenn ich dafür zuständig bin. Aber den „Schwarzen Peter“ lass ich mir auch nicht gern unterjubeln. Beim Friedrich-Fröbel-Kindergarten heißt es lapidar: „Nach Mitteilung der Gemeinde werden die Beiträge folgendermaßen erhöht“. Zur Klarstellung: Bereits im November letzten Jahres haben sich Gemeinde und Träger auf den angepassten Personalschlüssel nach den neuen Gesetzlichkeiten verständigt; und zwar gemeinsam! Die Mitteilungspflicht liegt beim Träger und die hätte er schon eher wahrnehmen können. Und auch das Informationsblatt des neuen Trägers des Katholischen Kindergartens, der „St. Martin“ Kindertageseinrichtungen GmbH, bedarf einer Richtigstellung. Dort heißt es nämlich bei der Begründung zur Einführung des 3-Stufen-Modells: “spart die Einrichtung an pädagogischen Fachpersonal, was für die Betreuung notwendig ist“. Auch dies ist nicht richtig. Für die Zeit, die unsere Kinder in der Einrichtung sind, muss immer pädagogisches Fachpersonal zur Verfügung stehen, da die von den Eltern angegebenen Betreuungsstunden den Personalschlüssel ergeben. Nur werden jetzt die Stunden bezahlt, die auch tatsächlich in der Einrichtung für die Betreuung anfallen. Die Gemeinde investiert, und das wirklich sehr gern, in keine andere Einrichtung so viel Geld wie in unsere Kindergärten. Wir, Gemeinde und Träger, haben beide die Veränderungen des Kultusministers nicht unbedingt gewollt; müssen aber das Beste daraus machen.

 

 

Ihr Gerhard Martin

 

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Es ist so gekommen, wie im letzten Gemeindeboten schon beschrieben. Satzungsänderungen, Nutzungsvereinbarungen und im nichtöffentlichen Teil auch ein paar finanzielle Beschlüsse haben die Tagesordnung bestimmt. Aber auch in der letzten Sitzung galt: erst wenn jedes Mitglied den Beschluss mittragen kann, wird abschließend entschieden. „Fraktionszwang“ oder „Fraktionsdisziplin“ überlassen wir den größeren Parlamenten. Im Gemeinderat haben wir alle das gleiche Ziel - die weitere Gestaltung unserer Dorfgemeinschaft. Da darf gern auch ein bisschen länger und intensiver beraten werden.

● Natürlich hätte ich mich vorher informieren sollen, ja müssen. Aber was unser Gesetzgeber bei den Aufwandsentschädigungen für Gemeinderatsmitglieder für Kapriolen parat hält, habe ich nicht geahnt. Es ist nicht erlaubt, die Aufwandspauschale auf 30 € im Monat und das Sitzungsgeld, das ja nur bei Bedarf ausgezahlt wird, auf 25 € festzulegen. Aber eine pauschale Entschädigungen von 103 € monatlich zu erheben, da hat der Gesetzgeber keine Bedenken.

● Neu geregelt wurde meine Aufwandsentschädigung. Auch hier gab es Handlungsbedarf, da ich nicht akzeptieren wollte, dass ich für die gleiche Arbeit weniger Geld vom Gesetzgeber erhalten sollte. In wirklich vorbildlicher Weise haben sich beide Fraktionen auf einen Betrag geeinigt, den ich sofort angenommen habe. „Raffzahn“ oder "Typisch“ werden die Einen sagen. Ich meine, monatlich nun ca. 85 €uro mehr zu erhalten, habe ich mir in den letzten Jahren verdient. Verglichen mit Kollegen von Gemeinden mit gleicher Größenordnung bin ich nämlich immer noch mit am Ende der Tabelle.

 

Was tut sich momentan in Uder?

● Sauregurkenzeit! Weder auf dem Bau noch in anderen Gewerken, die stark witterungsabhängig sind, bewegt sich etwas. Lediglich Albert Liese und seine Mannen trotzen den Bedingungen und bauen fleißig an der Wessenblockhütte. Und da, um dies auch einmal zu erwähnen, sind schon viele gespannt und freuen sich auf die Fertigstellung.

● Die Planungszeit ist auch bei der Filiale der Volksbank in Uder angebrochen. Wie Carola Rohrberg vom Vorstand der Bank mitgeteilt hat, werden in diesem Jahr die Räumlichkeiten in Uder moderner und kundenfreundlicher gestaltet. In dieser Woche werde ich erstmals mit den Plänen vertraut gemacht und dann kommen sie sicherlich in den Bauausschuss zur fachlichen Beurteilung.

● Der Gemeinde liegt nun ein Honorarvertrag vor. Die Landschaftsarchitekten, die wir bereits beim neuen Leinepark zu Rate gezogen haben, sehen es als eine Herausforderung an, uns auch die neue Friedhofssatzung von der Theorie in die Praxis umzusetzen. Wir dürfen gespannt sein, ob sie uns wieder mit einem ähnlich guten Vorschlag überraschen oder wie sie das pflegearme Rasengrab oder die Doppel- und Wahlgräber anordnen wollen. Wir hatten uns zuvor im Gemeinderat darauf verständigt, die Satzung erst dann in Kraft treten zu lassen, wenn die neuen Veränderungen auch auf dem Friedhof Konturen annehmen. Bis dahin gilt noch die alte Satzung!

 

Dies & das …

● „Einer geht noch“ könnte man meinen, wenn man vom neuen Wohngebiet spricht. Einen Bauplatz (von zehn) haben wir noch, dann steht auch „Am Storchborn“ die komplette Nachbarschaft fest.

● Nachbarschaft ist ein gutes Stichwort; die war mir ja zum Teil mit Fam. Havenstein verloren gegangen. Jetzt habe ich wieder Neue: über 50 Jahre jünger, genau so freundlich und genauso arbeitsam. Ich wünschte mir mehr Arbeitsplätze in der Heimat, dann würden sich noch mehr junge Leute entscheiden, neben Neubauten auch alte Bausubstanz in der Gemeinde wieder flott zu machen. Wer sich übrigens mit dem Gedanken trägt, seinen Grundbesitz zu veräußern, dem bin ich gern bei der Vermittlung behilflich. Immer wieder erhalte ich diesbezüglich Anfragen von Gemeindemitgliedern aus Uder.

● Zum diesjährigen Neujahrsempfang der Gemeinde hatte ich wieder die Gewerbetreibenden und Firmeninhaber, die Gemeinderäte und Vereinsvorsitzenden sowie einige Behördenvertreter eingeladen. Mit „Energiespeicherung der Zukunft“ hatten wir erstmalig ein Sachthema angeboten und Christian Muhr hat uns seine Ideen dazu vorgestellt. Wenn diese zur Serienreife und zur Bezahlbarkeit für Alle gelangen, stellen sie eine große Alternative für jeden Eigentümer dar. Es war auch beim 5. Mal wieder eine sehr gute Atmosphäre! Einen meiner vielen Wünsche beim Empfang möchte ich Ihnen nicht vorenthalten:

 

Wer ehrenamtlich für unser Gemeinwohl arbeitet, muss mehr Anerkennung findet als der, der zwar in der Lage, aber nicht Willens dazu ist.

 

Das hat mir gut gefallen:

• Ich bin darauf aufmerksam gemacht worden, dass doch mehrere Gemeindemitglieder die Arbeit unseres Bauhofes gewürdigt haben. Auch Margit Poferl oder die Familien- und Ferienstätte Eichsfeld haben sich über die Arbeitsweise der Kollegen gefreut und ich möchte mich dafür herzlich bedanken. Auch bekomme ich viele Mails über den Internetbriefkasten und freue mich über den Zuspruch. Wenn ich den einen oder anderen Hinweis umsetzen kann; umso besser. Ich gelobe Besserung, wenn die Bearbeitung der Mail einmal länger gedauert hat.

• Bereits als stellvertretender Bürgermeister habe ich damit begonnen und halte nun natürlich daran fest: Die Absprache mit allen Vereinsvorsitzenden über die Veranstaltungen und die Termine des laufenden Jahres. Natürlich sind in diesem Jahr der 120. Geburtstag der Feuerwehr, das 100-jährige Kirchenjubiläum und das 90-jährige Bestehen des FSV Uder die Höhepunkte. Aber 20 Jahre Pfadfinder und die vielen Veranstaltungen der anderen Vereine wollen und sollen natürlich auch erwähnt werden. Festgelegt wurden auch wieder der Frühjahrsputz, das Ossenritterfest und das Adventskonzert samt Markt. Und erstmalig waren alle Vereine gekommen; toll!

 

Das hat mir überhaupt nicht gefallen:

• Sie stehen zwar auf dem Friedhof; aber tote Tiere haben nun beim besten Willen nichts in den Abfallboxen zu suchen. Zu den Hühnern gesellen sich noch komplette Mülleimer samt Inhalt, gelbe Säcke und anderer Hausmüll, der eigentlich durch die Eichsfeldwerke ja in konstanter Regelmäßigkeit vor der Haustür abgeholt wird. Wer auch immer seine Hühner vor dem Dioxinskandal verstecken wollte; er hat eventuell der ganzen Gemeinde keinen Gefallen getan. Wir können es uns auf Dauer nicht erlauben, immer mal so ein paar hundert Euro einfach dazwischen zu schieben, damit unsere Behälter entleert werden. Fehlte nur noch, dass sich die anonymen Verursacher über den Gestank der Abfallboxen beschweren!

 

Demokrit, der große griechische Philosoph, hat bereits zu seiner Zeit festgestellt:

 

„Mut steht am Anfang des Handelns, Glück am Ende.“

„Das Glück wohnt nicht im Besitze und nicht im Golde, das Glücksgefühl ist in der Seele zu Hause.“

„Ruhm und Reichtum ohne Verstand sind ein unsicherer Besitz.“