Februar 2011

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

durch den Gemeindeboten versuche ich, Sie immer ein Stück bei der Entwicklung der Gemeinde „mitzunehmen“ und Ihnen unsere Entscheidungen so aktuell wie möglich zu vermitteln. Nun möchte ich qualitativ noch einen Schritt weitergehen und aus „Mitnehmen“ ein „Mitentscheiden“ machen. Spätestens seit „Stuttgart 21“ sollte ja jedem Entscheidungsträger klar sein, wie wichtig und richtig eine umfassende Information ist. Es geht um eine Entscheidung, dessen Akzeptanz sicherlich erst in ein paar Jahren so richtig zum Tragen kommt. Wer kennt es nicht, das „Haus derer von Knorr“ in der Kirchgasse 4. Das älteste Haus der Gemeinde bietet seit Jahren einen traurigen Anblick. Nun besteht die Chance, dieses Haus zu erwerben und jetzt kommen Sie „ins Spiel“. Ich kann mir ganz gut vorstellen, dass hier die Gemeinde ihrer Verantwortung für die Vergangenheit gerecht wird und dieses Ensemble vor dem weiteren Verfall bewahrt. Der Kaufpreis könnte aus der Portokasse bezahlt werden, aber die Auflagen vom Denkmalamt sind sehr hoch. Meine Vorstellung wäre: Kaufen, einen „Freundeskreis Knorrsches Haus“ (siehe Innenteil) gründen und dann in kleinen Schritten (je nach Kassenlage) umbauen, so dass später einmal ein „historisches Trauzimmer“, ein „attraktives Schulzenamt“ oder im Innenhof gar ein kleines „Cafe Knorr“ entstehen könnte. Auch das Umfeld, mit Kirche und neuem Pilger ist dazu ja passend. Schreiben Sie mir oder stimmen Sie auf der Homepage der Gemeinde unter www.gemeinde-uder.de über dieses Vorhaben ab. Geben Sie dem Gemeinderat und mir Ihre guten Argumente eines „Für“ und „Wieder“ und nehmen Sie somit Anteil an der Entwicklung.

 

Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● In der letzten Sitzung des Hauptausschusses war die Vorbereitung des Gemeinderates mit den Haushaltsbeschlüssen das Thema. Die Zahlen bekommen Sie nach der Beschlussfassung des Gemeinderates. Aber ich verrate sicherlich keine Geheimnisse, wenn ich ein paar Eckdaten schon erwähne: die 2. Rate für den neuen Kindergarten, die Anschaffung neuer Technik im Bauhof oder die Erstellung eines Flächennutzungsplans, um auch zukünftig noch Wohngebiete ausweisen zu können. Die Mehrkosten für die Kindergärten belaufen sich auf 105.000 € und im Ortsteil Schönau muss man sich auf die Erhebung der Straßenausbaubeiträge für die Dorfstraße einstellen, da hier die gesetzlichen Fristen abgelaufen sind. Und wir wollen natürlich die Schulden verringern, um auch zukünftig handlungsfähig zu sein.

● Weiterer Gesprächspunkt im Hauptausschuss war die Unterstützung der ortsansässigen Vereine bei der Nutzung des Gemeindesaales entsprechend der Satzung. Diese sieht ein Entgegenkommen der Gemeinde bei regelmäßiger Nutzung vor und wir haben uns darauf verständigt, Vereinen einen Rabatt von 50% bei der Miete zu gewähren. Unberührt davon bleiben die Nebenkosten. Vereine, die ein rundes Jubiläum feiern, wird auf Antrag die Miete ganz erlassen.

 

Was tut sich momentan in Uder?

● Die Nutzungsvereinbarung mit dem SCU zur Unterhaltung des „Alten Dorfgemeinschaftshauses“ ist unterzeichnet (siehe Höhberg-Echo). Damit ist die Nachnutzung geregelt und ich freue mich, dass es sehr harmonisch „über die Bühne ging“. Kleine Unstimmigkeiten im Vorfeld mit den weiteren Nutzern bitte ich ganz höflich zu entschuldigen; ich habe die Gepflogenheiten vor und nach den Zusammenkünften nicht geahnt!

● Der Gemeinde liegt nun ein Honorarvertrag vor. Die Landschaftsarchitekten, die wir bereits beim neuen Leinepark zu Rate gezogen haben, sehen es als eine Herausforderung an, uns auch die neue Friedhofssatzung von der Theorie in die Praxis umzusetzen. Wir dürfen gespannt sein, ob sie uns wieder mit einem ähnlich guten Vorschlag überraschen oder wie sie das pflegearme Rasengrab oder die Wahl- und Doppelgräber anordnen wollen.

● Im letzten Jahr haben sich die Anwohner der Mittelsten Binde per Unterschriftenaktion für den Anschluss an die zentrale Kläranlage ausgesprochen. Verbunden damit sollte aber auch eine Straßensanierung erfolgen und da haben wir im Einvernehmen mit der WAZ uns nun darauf verständigt, diese Maßnahme erst im Rahmen der Dorferneuerung durchzuführen; aus rein finanziellen Gründen. Die Anwohner wurden natürlich per Brief informiert.

 

Dies & Das...

● Drei junge Gymnasiasten haben sich intensiv mit dem „Alten Heerweg“ beschäftigt und über eine längerfristige Projektarbeit die Geschichte und den Verlauf des alten Verbindungsweges zwischen unseren Ortschaften erkundet. Nun wollen sie erreichen, dass er zum einen wieder in das Bewusstsein zurückkehrt sowie die Möglichkeit besteht, den Weg als Wanderweg wieder der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Lars Rinke und seine Freunde haben die Absprachen mit Thalwenden und Birkenfelde in Angriff genommen.

● „Die Narren sind wieder los!“ Erstmalig wird das bunte Programm der Karnevalisten im neuen Gemeindesaal abgespult und dann wird sicherlich die vorhandene Technik optimal genutzt. Ich wünsche dem Verein ein reges Interesse an allen Veranstaltungen und hoffe, dass die beiden „Dorftratschen“ nicht allzu viel zu monieren haben. Lassen wir uns überraschen und freuen wir uns auf Humor und Frohsinn.

 

Freundeskreis Knorrsches Haus

Versierte Fachleute, Handwerker, pensionierte Handwerksmeister und Gesellen, Geschichtsinteressierte oder einfach Männer, egal welchen Alters, die einfach Zeit haben und ihren Frauen „nicht vor den Füßen rumlaufen wollen“; alle sind sie gern gesehen. Natürlich können sich auch „unsere besseren Hälften“ einbringen und das Aussehen und das Tempo der Entwicklung mitbestimmen. Mit Klaus Röhrig und Zacharias Kobold haben spontan zwei Personen zugesagt. In Bornhagen hat Klaus Röhrig uns meisterhaft vorgemacht, wie man so historische Werte erhält. Wer also ebenfalls Interesse hat, den lade ich gern zu einer Gesprächsrunde ein, um die Aufgaben im Detail zu erörtern und die weiteren Schritte zu koordinieren.

 

Das hat mir gut gefallen:

● „Das ist mit das Netteste, was jemals jemand für mich getan hat. Ich denke, dass eine Reise nach Uder, einfach um Ihnen zu danken, realistisch scheint. Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie dankbar ich bin.“ Können Sie sich noch an Bill Biel erinnern, der aus Amerika etwas über seine Vorfahren in Uder erfahren wollte? Edgar Rybicki hat in den Kirchenbüchern die Familiengeschichte erforscht, akribisch aufgelistet und ich habe sie über den „großen Teich“ geschickt. Jetzt kam das Dankschreiben und gern gebe ich den Dank an Herrn Rybicki weiter. Danke auch an Shaun McNally, Dieter Klinge und meinen Sohn, die mir bei der Übersetzung der Briefe oder Mails behilflich waren.

• Eine halbe Million €uro werden in der Gemeinde investiert: ca. 250.000 € wird der Umbau der Volksbank kosten und der gleiche Betrag ist für die Neugestaltung der Kleinsportanlage vorgesehen.

• Es wird auch zukünftig zwei Praxen für Allgemeinmediziner in Uder geben und damit die gute Grundversorgung aufrecht erhalten. Nach dem altersbedingten Ausscheiden von Herrn Dr. Haase haben Frau Dr. Gralher und ihr Mann Interesse bekundet. Die Gemeinde hat Mittel in ihrem Haushalt für die Umgestaltung der Räumlichkeiten auf dann zwei Behandlungsbereiche eingestellt und wir freuen uns, dass unser „Ärztehaus“ diesen Namen auch weiterhin zu Recht trägt.

 

Das hat mir überhaupt nicht gefallen:

● Schon wieder wird nach dem Kindertagesstätten-Gesetz über die Landesregierung Einfluss auf den Haushalt der Gemeinde genommen. Wenn wir im Jahr 2015 die Schlüsselzuweisungen auf ähnlichem Niveau wie bisher erhalten wollen, sollen und müssen wir unsere Einnahmesituation verbessern und gemeint sind damit die Grund- und Gewerbesteuern. D.h., wenn wir jetzt nicht erhöhen, wird uns die Differenz nicht nur nicht ausgezahlt, sondern wir bekommen sie auch noch abgezogen und werden somit doppelt belastet.

 

Im Buch „Ausser Dienst“ von Helmut Schmidt habe ich einen Satz über Politiker gelesen, der genau an diese Stelle passt:

 

„Im Zweifelsfall soll ihnen das Gemeinwohl höher stehen als ihre Karriere, der Erfolg des Ganzen höher als ihr eigener oder der Erfolg ihrer Partei. Die alte römische Weisheit dafür lautet:

Salus publica suprema lex- das öffentliche Wohl sei das oberste Gesetz



Maisprung auf die Blockhütte