Oktober 2010

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

gestatten Sie mir, dass ich einmal einen kleinen Rückblick auf unser diesjähriges Fest der Vereine, das Ossenritterfest, gebe. Rudi König, stellvertretender Landrat, schon in der Heiligen Messe dabei, hat sich sehr darüber gefreut, dass wir die Fürbitten in Mundart vorgetragen haben. Wie alle anderen Gäste auch, lässt er nachträglich herzlich grüßen und freut sich mit uns über das neue Gemeindehaus und die prima Zusammenarbeit aller Vereine. Ich bin mehrfach auf die ehrenden Worte vor dem Kriegerdenkmal angesprochen worden und möchte deshalb, wenn auch verkürzt, einige Passagen hier wiedergeben. „Seit 65 Jahren leben wir nun in Frieden und seit 20 Jahren, seit dem Fall des Eisernen Vorhanges, auch noch in Freiheit. Dies ist keine Selbstverständlichkeit. ... Nun sind wir mitten in Deutschland und mitten in Europa angekommen und ich für meinen Teil bin dafür sehr dankbar. Frieden, Mitmenschlichkeit und Freiheit sind sehr hohe Güter und diese sollten wir achten, ehren und auch unseren Kindern weitervermitteln. „Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen“ hat Aurelius gesagt und wir sollten unseren Kindern auch weiterhin Nächstenliebe, Kompromissfähigkeit und Solidarität vorleben, denn auch sie brauchen die Hoffnung auf eine friedliche Welt, auf ein friedliches Miteinander von Nachbarn und Kulturen. Wozu der Schweiß der Männer und Frauen der Nachkriegsgeneration genutzt wurde, wozu der Geist der Wissenschaftler in Friedenszeiten in der Lage ist; überall wird es sichtbar und überall erlebbar. Auch in Uder. Nutzen wir das riesige Potenzial von Geist und Körper auch weiterhin friedlich!“

 

Ihr Gerhard Martin

Aus aktuellem Anlass:

● Der Gemeinderat, aber auch unsere Vereinsvorsitzenden, waren beim Gemeindehaus Riedelsburg bei der Entstehung, Entwicklung und nun auch bei der Einweihung dabei. An dieser Stelle gebe ich gern nochmals meine Äußerungen bei der Einweihung wider und möchte auch konkrete Zahlen nennen. Wir haben nichts zu verbergen oder gar geheim zu halten; auch wenn es Mehrkosten sind.

„Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich verdienen“ hat Fernsehmoderator Robert Lemke einmal gesagt. Wir haben nicht vor, jemanden neidisch zu machen, aber wir haben uns mit Sicherheit Respekt verdient. Was hier geschaffen wurde, kann sich sehen und soll sich auch sehen lassen können. Schon einmal haben wir eine größere Summe in den alten Saal investiert und was ist daraus geworden – abgerissen. Dieses Lehrgeld hat ausgereicht und deshalb haben wir beim Wiedererrichten des Gemeindehauses versucht, so effektiv und funktional wie irgend möglich zu arbeiten. Und ich hoffe, Sie sehen es als gelungen an. Insgesamt 27 Gewerke haben hier geschuftet und wenn es etwas ist, worauf ich stolz bin, dann auf die Tatsache, dass es uns gemeinsam mit dem Planungsbüro und der Förderstelle gelungen ist, eine regionale Ausschreibung der Leistungen zu erreichen. Somit blieben außer dem Aufzug und den Möbeln alle Aufträge bei uns im Eichsfeld und auch viele Uderaner Firmen haben von unserem Vorhaben profitiert. Wer bei uns seine Steuern bezahlt, soll bei uns auch die Möglichkeit erhalten, diese zuvor hier zu erarbeiten“. Soweit aus der Rede und nun zu den Fakten:

Geplant waren etwas mehr als 1 Mill. Euro. Dieser Plan wurde, als es uns nicht gestattet wurde, eine Holzdeckenkonstruktion zu installieren, das erste Mal über den Haufen geworfen. Emissionsschutzgründe sprachen gegen Holz und für 16 cm dicken Stahlbeton. Mit Auswirkungen auf Fundamente, Tragwände und vieles mehr. Wie ein roter Faden zogen sich dann immer wieder Veränderungen an der Planung durch den Ablauf. Hier mal ein zusätzlicher Hausanschluss, da für Veranstaltungstechnik immer mehr Energie benötigt wird, da eine andere Tür, da sich im Brandschutz wieder einmal eine Verordnung geändert hat. Die wichtigsten Ausgaben im Überblick: Abriss: 12.000 €; Mauerwerk und Beton: 300.000 €; Dach- und Klempnerarbeiten: 85.000 €; Stahlbau: 80.000 €; Innenputz: 19.000 €; Innentüren: 21.000 €; Trennwände: 20.000 €; Fußböden: 20.000 €; Elektroanlagen: 127.000 €; Heizung-Lüftung: 77.000 €; Malerarbeiten: 20.000 €; Fliesenleger: 28.000 €; Fensterfront und Außenfassade: 35.000 €; Natursteine und Treppen: 47.000 €; Aufzug: 29.000 €; Bühnentechnik: 26.000 €, Gutachten-Honorare: 173.000 €; Möbel-Garderoben: 45.000 €; Theken: 30.000 €; Außenputz: 33.000 €; viele kleinere Positionen, und natürlich die Mehrwertsteuer, schlagen dann unterm Strich mit Gesamtkosten von 1,82 Mill. €uro zu Buche. Momentaner Stand der Förderung sind 408.000 €. Ich weiß, dass wir sehr viel Geld, Steuergeld, ausgegeben haben. Aber ich bin mir im Gegenzug auch sicher, dass wir dieses Geld gut angelegt haben. Jetzt müssen wir aufpassen, dass wir auch lange etwas davon haben. Auch darauf habe ich am Vereinsfest hingewiesen und auch dafür habe ich Zustimmung erhalten.

 

 

Was tut sich momentan in Uder?

● Während einer ersten Informationsveranstaltung für die Bürgermeister und die Bauverwaltung zur Dorferneuerung haben wir erfahren, welche Maßnahmen gefördert werden. Im privaten Bereich (max. 35 % Förderung): Erhaltung und Gestaltung landwirtschaftlich genutzter Bausubstanz mit ortsbildprägendem oder regionaltypischem Charakter, Umnutzung ehemals land- und forstwirtschaftlich genutzter Bausubstanz zu Wohn-, Handels- und Gewerbezwecken. Im kommunalen Bereich (max. 65% Förderung) sind dies die Anlage und dorfgemäßer Gestaltung von Plätzen, naturnahe Sanierung innerörtlicher Gewässer, Vorhaben für Freizeit und Erholung, Erhaltung von Kulturobjekten und Umnutzung kommunaler Gebäude für öffentliche Zwecke. Details bei der ersten Bürgerversammlung.

 

Dies & das … Teil 1

● Zur Ehrenamtsveranstaltung des Landkreises habe ich in diesem Jahr aus unserer Gemeinde vier Einwohner vorgeschlagen, die mit ihren Leistungen doch etwas herausragen. Da ist zum einen Michaela Kruse, die sich sehr bei den Pfadfindern einbringt. Dirk Rheinländer hat als Chef für einen deutlichen Qualitätssprung bei den Uderaner Musikanten gesorgt und Irmgard Hartmann hat über viele Jahre dem Kirchenchor vorgestanden und sich dort sehr engagiert. Meine Stellvertreterin Monika Weinrich leitet eine Selbsthilfegruppe, und dies ebenfalls schon viele Jahre sehr erfolgreich.

 

Dies & das … Teil 2

● Die junge Familie Wigand und Jessica Uder mit Klein Merlin waren in diesen Tagen in Uder, weil sie angenommen haben, dass unser Ortsname etwas mit ihrer Familiengeschichte zu tun hat. Sie haben sich eigens dafür aus Hülzweiler im Saarland zu uns auf den Weg gemacht und waren erstaunt, wie schön unser Ort ist. „War dies mal DDR und gab es damals wirklich keine Bananen? Wir dachten immer, dies wäre ein Witz.“ Ich war erstaunt, dass 20 Jahre nach der Wende immer noch solche Fragen möglich sind. Aber es war ein nettes Gespräch und mit der Chronik und dem Anstecker der Gemeinde Uder ist dann Familie Uder stolz wieder nach Hause gefahren.

● Und noch jemand suchte, allerdings per Brief, Familienangehörige. Bill Biel aus Pittsburgh in den USA sucht nach Biels, Hennings oder Stitz, die auf Josef Biel und Maria, geb. Henning, zurückgehen, die 1890 ausgewandert sind. Wer helfen kann, bitte bei mir melden.

 

Das hat mir besonders gut gefallen:

● Der „Tag der Offenen Tür“ war ein voller Erfolg im neuen Gemeindehaus. Ein Kommen und Gehen; Vereine, die sich gut vorbereitet hatten und ein interessiertes Publikum aus vielen Orten haben einen Tag abgerundet, der einen Einblick in das „Aushängeschild“ der Gemeinde ermöglichte. Wenn die Akzeptanz auch weiterhin so da ist, freuen sich sicherlich alle Verantwortlichen.

● Einen Kinderflohmarkt, wo die jungen Muttis zu klein gewordene Kindesachen, Spielzeug und weitere Utensilien tauschen oder verkaufen können, wird es auf Initiative von Dagmar Zillmann voraussichtlich im alten Dorfgemeinschaftshaus geben. Da sicherlich das Interesse vorhanden ist, bitte ich, sich mit Frau Zillmann in der Marienstraße 1 direkt in Verbindung zu setzen.

 

 

 

Auch ein Bürgermeister ist nicht gegen Fehler gefeit. Über sachliche Kritik freue ich mich und nehme gerne Lehren an. Über anonyme Stammtischkritik oder „der hat gesagt“ fallen mir zwei Sprüche ein:

 

Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgendetwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat.

Bruce Lee, chin. Kampfsportler u. Philosoph

 

Ein Kritiker ist eine Henne, die gackert, wenn andere legen.

Giovanni Guareschi, ital. Journalist und Schriftsteller

 

 

 

 



Maisprung auf die Blockhütte