November 2010

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

es ist für mich schon mehr als blauäugig, wenn man diese Entwicklung nicht vorhergesehen haben will. Da behauptet doch der Kultusminister allen Ernstes, dass seine Reform des Kindertagesstätten-Gesetzes keine finanziellen Auswirkungen auf die Gemeinde haben wird. Wie bitte und wovon bitte sollen veränderte Betreuungszeiten oder veränderte Standards finanziert werden? Ein Mehr an Landeszuweisungen hat es nicht gegeben und wenn ich die Betreuungszeiten verändere, bedeutet dies zwangsläufig ein Mehr an Personalaufwand. Nun bin ich ja ein gläubiger Mensch, aber dass dies alles ohne finanzielle Veränderungen daher gehen soll; soweit reicht mein Glaube nicht. Wir haben uns bei der Einführung der Familienoffensive im Jahr 2005 mit beiden Trägern unserer Kindereinrichtungen auf einen Schlüssel geeinigt und dies vertraglich festgehalten: 22,5 % der Kosten trägt der Träger (sprich Elternbeiträge) und die verbleibenden 77,5% übernimmt die Gemeinde. Dies ist mehr, als wir je für die Kinderbetreuung gezahlt haben. Aber dazu stehen wir auch heute noch. Wenn nun allerdings die abrechenbaren Kosten auf Grund von Verordnungen verändert werden, ändern sich automatisch auch die Elternbeiträge. Wir geben gern Geld für das Wohl unserer Kinder aus; wir können in Uder bald ideale Voraussetzungen für die Kinderbetreuung anbieten, aber nicht zum Nulltarif. Und noch etwas will und muss ich ansprechen: Ist das Bringeverhalten der Kinder wirklich so gravierend zwischen den beiden Kindergärten? Bitte einmal darüber nachdenken, denn auch dies wird Auswirkungen haben - leider.

 

 

Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Der Hauptausschuss hat die nächste Sitzung des Gemeinderates

vorbereitet und verschiedene Themen beraten: verändertes Thüringer Finanzausgleichsgesetz, Friedhofssatzung, finanzielle Auswirkungen durch die Veränderung des Kindertagesstätten-Gesetzes, Umbau Blockhütte und die „Dorfanalyse“. Vielleicht können Sie sich daran erinnern, dass wir vor Jahren schon einmal das Angebot hatten, im Rahmen einer Dorfanalyse ein „Bild“ der Gemeinde zu erhalten, dass ein Professor der Uni Erfurt und seine Studenten durch ein einwöchiges Studium in unserm Ort „malen“ wollten. Haben wir damals noch zugestimmt, so waren wir uns jetzt einig, dieses Angebot abzulehnen; aus zwei Gründen: 1. Betrugen die Kosten damals 3000 Euro so sollten es jetzt 5000 Euro sein. 2. Wir brauchen, um das Dorf weiterentwickeln zu können, einen Dorfentwicklungsplan, der auch vor dem Landesverwaltungsamt Bestand hat. Eine Dorfanalyse hat dies nicht. Nur auf Grund der Zusage (durch einen entsprechenden Beschluss des Gemeinderates untersetzt), dass wir einen entsprechenden Plan erstellen lassen, haben wir das Wohngebiet „Am Storchborn“ genehmigt bekommen. Waren wir der Meinung, damit noch Zeit zu haben, so hat uns die Entwicklung im neuen Wohngebiet „doch überrollt“ und wir müssen uns nun eher als geplant mit dem Dorfentwicklungsplan beschäftigen. So gern wir auch wissen möchten, welche Aspekte die jungen Leute erfahren hätten; wir müssen das vorhandene Geld so einsetzen, dass wir einen möglichst großen Nutzen davon haben. Ich hoffe, in Erfurt hat man dafür Verständnis.

 

Was tut sich momentan in Uder?

● An der Blockhütte ist Bewegung. Die Waldinteressenten, in Person ihres Vorsitzenden Uwe Beume, hatten eine prima Idee und die Gemeinde hat diese gern aufgegriffen und wird Unterstützung geben. In Zeiten, wo Kinder eher mit Laptop oder Nintento groß werden, kann der Naturkundeunterricht natürlich nicht gründlich genug ausfallen. Diesen Unterricht wollen wir unseren Schulen und Kindergärten nun in freier Natur anbieten und werden dazu die Blockhütte umfunktionieren. Mit Tür und Fenstern versehen, mit einem Kaminofen ausgestattet, kann dann im Inneren Unterricht angeboten werden. Damit aber die Wanderer auch zukünftig noch wissen, wo sie nun ihre Rast machen können, werden zwei Waldschenken aufgestellt und damit, wie bisher, zum Verweilen einladen. Albert Liese macht sich im Auftrag der Waldinteressenten viel Arbeit, damit das vorhandene Fachwerk auch weiterhin sichtbar bleibt und trotzdem die Umgestaltung zu einer nutzbaren Räumlichkeit ermöglicht wird. Natürlich kann dort später auch einmal eine Wanderung in geselliger Runde ihren Abschluss finden. Wir freuen uns auf die Neuerung!

● Gleich zwei Projekte wollen wir am 30. November ihrer Bestimmung übergeben: zunächst um 15.00 Uhr die Zuwegungen und die Erschließungsanlagen im neuen Wohngebiet „Am Storchborn“ und eine Stunde später dann die neue Kirchgasse. Auf diesem Weg lade ich alle Anwohner recht herzlich dazu ein. Lassen Sie uns die Unannehmlichkeiten während der Bauphasen vergessen und freuen wir uns auf eine Straße, die mit Sicherheit nicht wieder den Lärm vergangener Tage hervorrufen wird.

● Mit einer Unterschriftenaktion haben sich jetzt jene Bewohner der Mittelsten Binde, die noch nicht an die zentrale Kläranlage angeschlossen sind, an WAZ und Gemeinde gewandt. Natürlich werden wir in den Gremien darüber beraten und wollen natürlich auch, dass der letzte Straßenzug der Gemeinde an die Anlage in Schönau angeschlossen wird. Inwieweit der gleichzeitige Straßenbau erfolgen kann, muss aber noch abgewartet werden. Man sollte nichts versprechen, was man nicht einhalten kann.

 

Dies & das …

● Bereits am Sonntag, den 21. November, ist nun im alten Dorfgemeinschaftshaus der Kinderflohmarkt, den Frau Zillmann vorbereitet hat. Da auch noch Kaffee und Kuchen angeboten und der Erlös davon dem DRK-Kindergarten zu Gute kommt, wünschen wir natürlich viel Erfolg und freuen uns über die prima Idee.

● Gute Nachrichten auch für unsere beiden Schulen: Die Grundschule in Lutter erhält im nächsten Jahr endlich eine neue Fassade und bei der Regelschule im Ort wird die gesamte Außenanlage neu gestaltet.

● Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr am 1. Advent unsere Chöre ein vorweihnachtliches Konzert in der Kirche anbieten werden. Lassen Sie uns durch das Programm einstimmen auf ruhigere Tage, freuen wir uns auf den Baum und den Schmuck durch unsere Kindergärten und genießen wir an diesem Tag auf dem Marktplatz, Kaffee, Kuchen, Bratwurst oder Glühwein mit oder ohne Schuss.

 

Das hat mir besonders gut gefallen:

● Mein Aufruf für die Biels aus den USA um Mitteilung für die Familienforschung wurde prompt von Herrn Edgar Rybicki „erhört“. Herr Rybicki hat sich intensiv mit der Kirchenchronik beschäftigt, diese digitalisiert und konnte daher umfangreich auf die Familiengeschichte eingehen. Ich sage schon einmal Dankeschön; auch wenn keine lebenden Nachfahren der ausgewanderten Biels in Uder mehr nachgewiesen werden konnten.

● 1400 €uro konnte Pfarrer Jakob in diesen Tagen aus den Händen von Nicole Hammer und Gottfried Lehmann in Empfang nehmen. Die VR-Bank Werra Meissner und die Jagdgenossenschaft Uder haben jeweils 700 €uro für Spielgeräte des neuen Kindergartens gesponsert!

● In diesen Tagen haben wir das Modell des Pilgers in Augenschein nehmen können. Bildhauer Werner Löwe ist ein außergewöhnlich lebensnahes Modell gelungen und wir vom „Bündnis für den Pilger“ sind schon gespannt, welchen Eindruck das Kunstwerk dann auf alle Einwohner machen wird. Wir jedenfalls waren beeindruckt!

 

Das hat mir überhaupt nicht gefallen:

● Ich weiß ja nicht, wie eine Infotafel soviel Frust bereiten kann, dass man sie unbedingt in kleine Stücke schlagen und in der Leine versenken muss; wie mit der Tafel im Leinepark nun geschehen. Da muss man nichts in der Birne haben oder Glatze und Springerstiefel an, wie mir berichtet wurde. Ich meine, es trifft beides zu.

● Auch nicht zu akzeptieren: Da müssen Eltern, die zu Besuch in der Familienferienstätte sind, im Dorf hinter einigen Jugendlichen herlaufen, um denen das Spielzeug wieder abzunehmen, dass diese vorher unseren Gästen geklaut hatten. Man kann sich nur bei den Gästen auf das Höflichste entschuldigen, damit der Eindruck, den sie mit nach Hause nehmen, nicht noch schlechter ausfällt!

 

 

 

Auf einer Almhütte in 2000 Meter Höhe in Südtirol habe ich zwei Sprüche gefunden, die ich aufgeschrieben habe, um sie Ihnen nicht vorzuenthalten:

 

„Ein guter Wein und ein schönes Weib sind zwei süße Gifte“

 

„Für angenehme Erinnerungen muss man im Voraus sorgen“

 

 



Maisprung auf die Blockhütte