Februar 2010

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

„Pallazo Prozo“ oder

„Prunkbau“ ist noch

die netteste Umschreibung

für das im Bau befindliche

Gemeindehaus Riedelsburg.

Wie nicht anders zu erwarten,

spielte die wichtigste Baustelle

der Gemeinde eine große Rolle beim diesjährigen Karneval. Natürlich hätte ich auch gern, dass das zehnjährige Jubiläum des SCU in den neuen Räumlichkeiten stattgefunden hätte, aber wir haben die Förderbedingungen nicht gemacht und außerdem hätten die zwei Damen in der Bütt dann nur noch meinen Freund, den Ossenritter, zum Lästern gehabt; was Ihnen auch so sichtlich viel Freude bereitet hat. Zurück zum Gemeindehaus: Was wir mit den Vereinsvorsitzenden diskutiert hatten, ist nach der Sitzung des Gemeinderates nun Gewissheit: Im Haushalt der Gemeinde wurden die noch benötigten Mittel (863.000 € - davon 105.200 € Förderung) eingestellt, um die Maßnahme zu beenden und auch das vorläufige Programm wird mitgetragen. Somit wird vom 1. bis 3. Oktober 2010 die Möglichkeit bestehen, die Räumlichkeiten zu begutachten bzw. sie als Gemeinde in Besitz zu nehmen. Die feierliche Übergabe mit Einsegnung wird am 1. Oktober ein Bestandteil des diesjährigen Ossenritterfestes sein. Am 2. Oktober folgt dann eine öffentliche Tanzveranstaltung, zu der wir mit den „Psayrern“ einen Grand Prix-Sieger verpflichten konnten. Am Sonntag, dem 3. Oktober, ist dann „Tag der Offenen Tür“. Über das genaue und detailierte Programm werden wir Sie aber gern umfassend informieren, wenn wir dies mit den Vereinsvorsitzenden zuvor besprochen haben.

Auf einen hoffentlich guten Bauverlauf!

 

Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

● Der Haushalt stand, wie bereits angekündigt, im Mittelpunkt der letzten Gemeinderatssitzung. Hauptaugenmerk: das Gemeindehaus Riedelsburg. Aber wir haben als Gemeinde noch zwei größere Bauvorhaben bei den Ausgaben im Vermögenshaushalt, die mit 128.700 € (Kirchgasse) und mit 150.000 € (Kindergarten) zu Buche schlagen. Ob die Kirchgasse ausgebaut wird, hängt allerdings noch vom Landeshaushalt ab, der in diesem Jahr erst im April verabschiedet werden soll. Wir hoffen es, da die EW auch schon „mit im Boot“ sind.

● Im Verwaltungshaushalt stehen den Gesamteinnahmen von 1.999.800 € Ausgaben von 2.062.200 € gegenüber. Größte Posten bei den Einnahmen: Schlüsselzuweisungen vom Land mit gut 830.000 €, Gewerbesteuer mit 385.00 € und dem Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer von 322.000 €. Die größten Ausgaben entfallen für: Kreisumlage (560.000 €), Zuführung zum Vermögenshaushalt (520.000 €) und der VG-Umlage von 314.000 €. Die Personalkosten in unseren Kindergärten belaufen sich auf 204.000 €.

● Schriftlich wurde uns mitgeteilt, dass wir in diesem Jahr letztmalig eine Förderung für das Gemeindehaus bekommen. Somit blieb uns die Wahl, die noch benötigten Mittel wieder auf zwei Jahre zu verteilen oder, um die Maßnahme abschließen zu können, ganz tief in das Gemeindesäckel zu greifen. Wir haben uns einmütig für die zweite Variante entschieden, auch wenn dies dazu geführt hat, dass wir uns am Kreditmarkt mit 300.000 € bedienen müssen. Ob in der Höhe, hängt freilich auch von der Baumaßnahme Kirchgasse ab. Der Gemeinderat war sich aber auch darin einig, diese Summe baldmöglichst zurück zu zahlen. Entsprechende Tilgungsraten sollen so gestaltet werden, dass dies bis 2014 geschehen ist. Seitens der Kommunalaufsicht gab es keine Bedenken und auch wir haben ja nicht jedes Jahr eine Baumaßnahme in den Größenordnungen zu finanzieren. Zusätzlich tilgen wir auch noch die vorhandenen Kredite, von denen einer bereist im nächsten Jahr ausgelaufen ist. Ebenfalls noch in den Haushalt eingestellt wurden 10.000 € als erste Rate der Gemeinde bei der Erschließung des neuen Wohngebietes. Dort gibt es Bauanfragen und schon erste Grundstückskaufverträge, deren Eigentümer schnellstmöglich mit dem Bauen beginnen möchten.

● „Am Storchborn“ wird für die Bauherren dann die Straßenbezeichnung lauten und der Gemeinderat folgt damit dem Trend, alte Flurbezeichnungen wieder aufleben zu lassen.

● Ein Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan Nr. 7 wurde gefasst und die Aufstellung eines Flächennutzungsplanes für die Gemeinde beschlossen. Dieser wird notwendig sein, um überhaupt noch planerische Veränderungen in der Gemeinde durchführen zu können.

● Walter Riethmüller und Monika Weinrich wurden vom Rat einstimmig zum Gemeindewahlleiter und dessen Stellvertreterin für die Bürgermeisterwahl am 6. Juni 2010 bestellt. Ich bitte ebenfalls wieder um ihre Hilfe bei der Durchführung dieser Wahl. Wer sich gern als Wahlhelfer betätigen möchte, sollte mir dies unbedingt signalisieren. Als Wahllokale sind letztmalig das Dorfgemeinschaftshaus und die Regelschule vorgesehen.

● Die Umsetzung von EU-Recht hat dazu geführt, dass wir zunächst eine textliche Veränderung der bestehenden Friedhofssatzung beschließen mussten. Die inhaltliche Diskussion über eine Veränderung der Satzung soll noch geführt werden. Ebenfalls in der Diskussionsphase ist die Überarbeitung der Satzung für öffentliche Einrichtungen und die entsprechende Benutzungsgebührensatzung. Hier lassen neues Gemeindehaus und Rechnungsprüfungsbericht als Verursacher herzlich grüßen.

 

Was tut sich momentan in Uder?

● Auf Grund unseres Antrages zur Aufnahme in das Förderprogramm „Dorferneuerung“ bekommt die Gemeinde am 25. Februar Besuch: Das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gotha und Vertreter von der Regionalen Aktionsgruppe haben sich angesagt.

● In der Bauphase war er ausgesetzt; jetzt hat die Gemeinde den Vertrag mit der Jugendfeuerwehr zur wöchentlichen Pflege des Leineparks wieder „aufleben lassen“.

● Mittels Bauvoranfrage soll geklärt werden, in welchem Maß die Gemeinde nach dem Auszug des Katholischen Kindergartens ihr Objekt für altersgerechtes Wohnen umbauen darf. Entsprechende Gespräche sind geführt und wir wollen die Zeit nutzen, alle Behördenwege beim Auszug abgeschlossen zu haben, um dann mit den Umbauarbeiten beginnen zu können.

 

Das hat mir besonders gut gefallen:

● „Wir sind jetzt schon zwei Stunden durch das Dorf gelaufen und haben mehrerer Einwohner befragt, aber keinen kennt die Besitzer des Hundes. Deshalb kommen wir zu Ihnen, denn wir können den Hund zu Hause auch nicht unterbringen“. Maximilian Wendt und seine zwei Freunde standen mit dem Riesenschnauzer Sonntagsnachmittags vor der Tür und hatten den Hund zuvor in der Feldstraße aufgegriffen. Mit nachbarschaftlicher Hilfe konnten wir die glücklichen Besitzer ermitteln und diese haben den Jungs dann auch eine Belohnung versprochen. Ich bedanke mich bei den Dreien, dass sie verantwortungsvoll reagiert haben und ihnen das Schicksal des Hundes nicht egal war.

● „Lieber Onkel Bürgermeister, ich bin nun schon acht Monate, fange jetzt an, Brei zu essen und könnte nun dein Lätzchen gut gebrauchen“. Auf diese sehr charmante Art hat mich die kleine Margaretha daran erinnert, dass ich noch einen Besuch bei einem Neuankömmling der Gemeinde offen hatte. Viele dieser Besuche nimmt mir zwar dankeswerter Weise meine Stellvertreterin Monika ab, aber bei dieser Familie hatte ich mich angekündigt und glatt vergessen. Ich bin deshalb froh, dass Margaretha nicht geschrieben hat: „Lieber Onkel Bürgermeister, ich komme nach dem Kindergarten vorbei und hole mir das zugesagte Lätzchen nun für meine Puppe“.

 

In eigener Sache:

● Ich möchte zunächst in meiner CDU um das Vertrauen bitten, um mich dann am 6. Juni 2010 Ihrem Votum als Bürgermeisterkandidat zu stellen. Sobald es aber einen Mitbewerber gibt, werde ich den Gemeindeboten umgehend in den „einstweiligen Ruhestand“ schicken, um den Vorwurf einer unzulässigen Wahlwerbung zu verhindern.

 

Vor der Bereitschaft macht man sich so seine Gedanken und die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach (1839-1960) hat mir da so einige hilfreiche Weisheiten verraten:

„Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht.

Überlege einmal, bevor du gibst, zweimal, bevor du annimmst, und tausendmal, bevor du verlangst.

Wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auf, gut zu sein.

Wirklich gute Freunde sind Menschen, die dich ganz genau kennen, und trotzdem zu dir halten.“



Maisprung auf die Blockhütte