Mai 2008

Liebe Einwohnerinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,
es tut mir leid, dass Sie im letzten Monat vergebens auf den Gemeindeboten gewartet haben. Aber es gab keine Sitzung eines Gemeindegremiums, da wir
auf Entscheidungen warten, die andernorts gefällt werden. Es ist das gute Privileg der Gemeinderatsmitglieder, bisher stets zuerst informiert zu werden und daran möchte ich auch festhalten. Und einen Gemeindeboten ohne vorher inhaltlich mit dem Gemeinderat oder dem Hauptausschuss gesprochen zu haben, schreibe ich ungern. Zudem war ich auch zeitlich sehr eingebunden. Die Zeit scheint manchmal doch sehr schnell zu vergehen. Seit nunmehr fast vier Jahren darf ich die Verantwortung als Bürgermeister unserer schönen Gemeinde tragen und mir macht dieses Amt nach wie vor noch sehr viel Freude. Abgesehen einmal von dem, was sie unter „Das hat mir überhaupt nicht gefallen“ bisher lesen konnten, ist es ein schönes Gefühl, wenn man wieder etwas für Uder oder Schönau erreichen konnte. Auch wenn ich mich wiederhole; die Zusammenarbeit im Gemeinderat, mit unseren Vereinen, den Unternehmern und Handwerkern oder mit Ihnen ist auch nach vier Jahren noch erfrischend, zielorientiert und manchmal auch spannend. Wie bei seiner Einführung angekündigt, ist die Zusammenarbeit mit Pfarrer Jacob auf Offenheit und Ehrlichkeit gegründet und Gemeinde und Kirchengemeinde pflegen nun einen fairen und vertrauensvollen Umgang. Und noch sind Träume vorhanden, wie man sich Uder und Schönau in Zukunft vorstellen könnte. Ganz oben auf meiner Liste habe ich „altersgerechtes Wohnen“ stehen. Ich möchte, dass wir im Ort die Alternativen anbieten können und man sagen kann: „Einen alten Baum verpflanzt man nicht mehr“. Ich würde mich über Mitstreiter für diese Idee sehr freuen.

Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

  • Auch wenn der Hauptausschuss erst am nächsten Montag zusammen kommt, weil wir den ursprünglichen Termin noch einmal geändert haben, ist die Tagesordnung doch bekannt und ich „verrate“ somit nichts Neues für die Mitglieder. Es geht um die Vorbereitung der Dorfanalyse und eine erste Auswertung der Informationen von den Garagenpächtern. Zudem wollen wir die nächste Sitzung des Gemeinderates vorbereiten, Überlegungen zur weiteren dörflichen Entwicklung diskutieren, uns mit einigen Personalangelegenheiten beschäftigen und die Höhe der Unterstützung für unseren Heimatverein zu dessen 20. Geburtstag festlegen. Zu all diesen Punkten gibt es ausführliche Informationen in der nächsten Ausgabe des Gemeindeboten.

Was tut sich momentan in Uder?

  • Der Ballfangzaun am alten Sportplatz nimmt Gestalt an und wird ja auch bald vonnöten sein, da das dortige Eigenheim der Vollendung entgegen geht. Schmiedemeister Martin Gümpel hat die Arbeit zur vollsten Zufriedenheit von Gemeinde und Sportverein ausgeführt. Bei seiner Zielgenauigkeit als Spieler der Alten Herren hat er sicherlich auch die Höhe und Breite entsprechend berechnet.
  • In den nächsten Tagen wird es in der Familien- und Ferienstätte Eichsfeld den Gästen dort möglich sein, sich Tourenräder und Mountainbikes für die ganze Familie auszuleihen. Möglich wurde dies, weil wir als Gemeinde nicht mehr die Mitgliedsbeiträge für den Verkehrsverband Heiligenstadt entrichtet haben, sondern unseren „Werbeträger“ eindeutig in besagter Einrichtung sehen und die Gelder entsprechend „umgeleitet“ haben. Wir erhoffen uns gegenseitig einen positiven Effekt: höhere Gästezahlen durch ein verbessertes Betreuungsangebot und die Gemeinde dann von dem Plus an Gästen. Gewinner aber sind auf jeden Fall die Familien mit Kindern, die sich keine Fahrräder für alle leisten können. Und allein der Kinder wegen war es eine gute Entscheidung.
  • Vor zwei Jahren hatten wir für die Verbindungswege nach Lutter und nach Steinheuterode Anträge auf „Förderung des ländlichen Wegebaus“ gestellt. Nun haben wir die Nachricht erhalten, dass das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung zumindest den Weg nach Lutter in ihren Förderplan aufgenommen hat. Wann, wie hoch und in welchen Zeitraum gefördert wird; darüber sollen wir in den nächsten Tagen informiert werden. Sicherlich sehr zur Freude der Grundschüler, Radler oder auch der Nordic Walker.

Das hat uns nicht gefallen:

  • Natürlich war es anders gemeint, als ich alle zum Osterfeuer eingeladen hatte. Die Pfadfinder und die Feuerwehr hatten sich wieder alle Mühe gegeben, um das Ende der Fastenzeit oder den Ostersonntag traditionell zu begehen. Dass man die frühen Morgenstunden und die Dunkelheit der Osternacht ausnutzt, um Gartenzäune zu demolieren, Geländer kaputt zu schlagen und mit den Stangen dann auch noch Autoheckscheiben von Gästen der Familienferienstätte zertrümmert, war und ist eine Straftat, die wir nicht akzeptieren können. Nicht nur die betroffenen Eigentümer, auch das Ansehen der Gemeinde bei unseren Gästen hat durch diesen Blödsinn enormen Schaden erlitten.
  • Wenn man meint, dass es moralisch nicht noch schlimmer geht, musste ich mich gerade zu Pfingsten eines Besseren belehren lassen. Frisch bepflanzt sind der Marktplatz und die Rabatten für viele eine Augenweide geworden. Dass man sich dort kostenlos „bedient“ ist schon schlimm, aber dass man selbst vor den Gräbern auf dem Friedhof nicht Halt macht, ist an Verwerflichkeit kaum zu überbieten. Auch die Störung der Totenruhe und der Diebstahl von Gemeindeeigentum werden strafrechtlich verfolgt. Ohne die Ermittlungen der Polizei beeinflussen zu wollen; aber für beide Straftaten (Heckscheiben und Friedhofsschändung), ist mir die Ergreifung der Täter jeweils 300 € wert und ich bitte diesbezüglich um Hinweise, die selbstverständlich vertraulich behandelt werden.

Solche Taten geschehen nur mit krimineller Energie, unter Mithilfe von Alkohol oder durch Dummheit. Und dazu hat Albert Einstein, der berühmte dt.-amerik. Physiker einmal gesagt:
“ Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit; aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher“

Das hat uns besonders gut gefallen:

  • Er kam als Letzter von der Arbeit beim Frühjahrsputz, hat somit keine Bockwurst mehr abbekommen und gab mir dann auch noch 50 €.  „Für dein Engagement und für deine Jugendarbeit. Dir wird schon jemand einfallen, der es am Ehesten benötigt“, sprach es und drückte mir den Schein in die Hand. Herzlichen Dank, lieber Thomas Koch, und ich werde dir sagen, wen ich bedacht habe.
  • Unsere A-Junioren haben das Double geschafft. Glückwunsch!

Dies & das …

  • „auf Entscheidungen warten, die andernorts gefällt werden“ war gerade zu lesen und dies möchte ich näher begründen. Bei der Förderung des 3. Bauabschnittes des neuen Leineparks kenne ich es ja nicht anders, dass uns die Gelder von den entsprechenden Stellen erst sehr spät zugesagt werden und wir auch manchmal nicht die Höhe der Förderung wissen. Bloß dass man dann am liebsten schon in den nächsten Tagen die Abrechnung hätten, um bis zum Jahresende wieder akkurat abrechnen zu können. Aber dieser bürokratische Parcours ist noch gar nichts zum dem, den man bewältigen muss, will man einen Gemeindesaal umbauen. Das Zählen der Telefonate habe ich aufgegeben, das Schreiben von Briefen und Anmerkungen geht mir schon locker von der Hand und auch das Einreichen der Unterlagen an verschiedensten Stellen ist eingeübt. Bloß entschieden ist noch nichts! Jetzt bin ich optimistisch, da ich sowohl im Gespräch mit Thüringens neuen Bau- und Verkehrsminister als auch mit unserem Landrat auf „offene Ohren“ gestoßen bin.
  • Neben der Kirchengemeinde lade auch ich alle recht herzlich am 25. Mai um 13.30 Uhr zur Grotte ein. 100 Jahre und soviel ehrenamtliche Arbeit müssen doch von einer großen Schar gewürdigt werden. Einfach toll, was viele dort in der Freizeit geleistet haben.
  • Etwas hat mich bei unserem Kurztrip nach Washington doch sehr beeindruckt, dass ich gern „loswerden“ will - die Sauberkeit und Freundlichkeit. Ich habe noch keine Großstadt gesehen, die so akkurate Blumenrabatten, so gepflegte Grünanlagen und so ordentliche Straßen hatte, wie die Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Kaum Graffitis, kaum Müll an den Straßenrändern und schon gar nicht so viele „Hinterlassenschaften“ unserer Vierbeiner. Nun ist ja Uder auch schon sehr ansehnlich geworden und ich kann mich immer nur bei allen bedanken, die ihren Anteil dazu beitragen. Aber ich war doch sehr überrascht. Man sagt ja, dass es in Amerika immer ein bisschen „big and better“ (größer und besser) ist, und in diesem Fall stimmte es schon; auch  abseits der Touristenströme. Unsere Gastgeber Marlies und Patrick haben sich sehr gefreut, einmal Besuch aus der alten Heimat zu bekommen und wir bedanken uns bei den treuen Lesern des Gemeindeboten recht herzlich für ihre Gastfreundschaft. Einmalig!


Uderaner und Schönauer geht Wählen!