März 2008

Liebe Einwohnerrinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,
nun wird es wissenschaftlich.
Als erste Gemeinde wird Uder
in Thüringen einer „Dorfanalyse“ unterzogen. Dahinter verbirgt sich eine Erhebungsmethode, bei der 15 bis 25 ortsfremde Personen (Studenten der Soziologie, Pädagogik, Stadt- und Landschaftsplanung) unter wissenschaftlicher Anleitung durch eine Hochschule (bei uns die FH Erfurt) eine Woche lang das Gemeinwesen untersuchen. Somit sollen wichtige Informationen über die innere Verfasstheit erlangt werden, die dann der Gemeinde zur weiteren Verwendung zur Verfügung gestellt werden. Diese Woche beginnt mit einem ausführlichen Rundgang und der Vorstellung der Gemeinde durch Bürgermeister und Vertretern von Vereinen und Verbänden. In den nächsten zwei Tagen „schwärmen“ die Dorfforscher aus, um in Interviews, in Erhebungen und durch das Erstellen von Fotos oder Dias alles Wissenswerte über das Dorf und seine Sozialstruktur  zu erfahren. Der Donnerstag dient der Erfassung und der Auswertung der Daten. Diese sollen Ergebnisse für Politik, Verwaltung und Verbände liefern und werden uns zur Verfügung gestellt. Diese Präsentation wird dann am Freitag im Rahmen eines „Dorfabends“ erfolgen und wird für alle zugänglich sein. Als möglichen Termin haben wir Anfang Juli anvisiert. Die Beweggründe, diesem „Experiment“ zuzustimmen waren zum einen, dass es für die Gemeinde kostenfrei ist und zum anderen, dass der Blick von Außenstehenden auf unser Dorf hilfreich sein kann, um eventuelle Schwächen zu erkennen. Und wenn wir Schwächen erkannt haben, kann man sie auch beheben. Ich habe mich im Vorfeld natürlich schon bei einer Gemeinde erkundigt, die bereits einmal „analysiert“ wurde und dort spricht man durchweg von positiven Erfahrungen.                        

 

Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

  1. Im letzten Gemeindeboten hatte ich ja bereits von dem Gespräch mit den Garagenbesitzern in der Friedenstraße geschrieben. Nun haben wir uns die Erfahrungen der Stadt Dingelstädt mit den dortigen Garagenbesitzern zu Eigen gemacht und auch bei uns die Bildung eines entsprechenden Vereins angeregt. Der Hauptausschuss war sich darin einig, dass es bei einem rechtlich korrekten Ansprechpartner zum Verkauf von Grund und Boden der Gemeinde an die Pächter (Verein) kommen soll. Und selbstverständlich gilt dies dann auch für die Garagenbesitzer am Bachrasen oder in der Leinestraße/Klosterstraße. Zunächst möchte ich aber den Diskussionsprozess in der Friedensstraße abwarten, um bei einem positiven Signal und der Zustimmung zur Vorgehensweise dann alle anderen Pächter gemeinsam zu einer Informationsveranstaltung einladen.
  2. Ein Thema im Hauptausschuss war der Kostenverrechnungssatz unserer Feuerwehr. Vor Jahren einmal erlassen, sind die darin enthaltenen Kostensätze schon lange nicht mehr zeitgemäß. Bei Einsätzen unserer Kameraden außerhalb des eigenen Wirkungskreises können lediglich 12,50€/h in Rechnung gestellt werden. Der VG-Vorsitzende Thomas Heddergott hat uns auf dieses Problem aufmerksam gemacht und er wird uns auch mit seiner Verwaltung einen veränderten Beschlussvorschlag unterbreiten. Besser wäre natürlich, alle Orte würden über eine funktionierende Wehr verfügen.
  3. Sicherlich nicht unser „Lieblingsthema“, aber nun einmal nicht zu ändern. Der Hauptausschuss hat sich einstimmig festgelegt, dass durch die Verwaltung die Erhebung sämtlicher Beiträge für Straßenbaumaßnahmen vorbereitet werden soll. Die Höhe hatte ich bereits genannt und auch den Hinweis, wieder mit Ratenvereinbarungen Härtefälle zu vermeiden.

Was tut sich momentan in Uder?

  • Es sollte ja bereits im letzten Jahr passieren - so hatte ich es jedenfalls mit Rainer Jünemann abgesprochen. Aber manchmal kommt es anders als man es sich vornimmt. Aber nun wurde jetzt durch die Mitarbeiter um Uwe Kasprzok gemeinsam mit dem Bauhof der Verbindungsweg vom Eberstein in Richtung Thalwenden ausgebessert, damit Wanderer und Radfahrer diesen Rundweg noch besser nutzen können.
  • Egon Stitz und Thomas Koch haben ihr Wort gehalten. Mehr noch; jetzt ist nicht nur die Mariengrotte, auch die Beiträge zum Katholischen Kindergarten, der ebenfalls auf 100 Jahr zurückblicken kann, sind im Internet nachlesbar.
  • Der Weg zur Mariengrotte ist jetzt behindertengerecht ausgebaut worden, das unter anderen ein gemeinsames Anliegen von Egon Stitz und Anne Riethmüller war. Ich hoffe, dass wir das letzte Stück Weg auch noch bis zum großen Jubiläum in einen ordentlichen Zustand bekommen.

Das hat uns nicht gefallen:

  • Im vergangenen Jahr mussten alle Unterlagen fristgerecht eingereicht werden. Nun schreiben wir bereits Mitte März und noch immer ist keine Entscheidung über die Vergabe von Fördermitteln für den Riedelsburgsaal gefallen. Sowohl der Pächter als auch unsere Vereine „hängen mit ihrer Planung in der Luft“ und ich kann keine Zusagen machen.
  • Die Gemeinde bemüht sich, damit sich unser Nachwuchs im Ort wohl fühlt. Das fängt mit den Lätzchen für die neuen Erdenbürger an und setzt sich mit vielfältigen Angeboten in den Kindergärten und dann in den Vereinen fort. Als „Dankeschön“ erhalten wir seit kurzem von Eltern, denen das Gemeinwohl wohl kaum am Herzen liegt, gefüllten Windeln beim Containerstandplatz in der Brückenstraße zur Entsorgung. Da werden wir nun sehr aufpassen oder einmal ein Wörtchen mit unseren Muttis reden müssen.

Das hat uns besonders gut gefallen:

  • Bereits ab Ende April besteht wieder die Möglichkeit, den Grünschnitt in das Wessenried zu bringen. Ellen Martin und (neu) Mirko Kaufhold haben sich zu diesem zusätzlichen Dienst bereit erklärt und dafür möchte ich mich bedanken. Natürlich gilt auch ein Dankschön an Herrn Geene, der uns das Anliefern in seine Biogasanlage ebenfalls wieder gestattet hat. Wer möchte, kann schon jetzt einen Obolus in die Spendenbox zu werfen.
  • Auch in diesem Jahr wird die Gemeinde wieder mit der Familien- und Ferienstätte Eichsfeld eine Vereinbarung über die Nutzung der Hüpfburg durch unsere Kinder abschließen. Nach Ostern, so Herr Schröter, kann an den festgelegten Tagen wieder gehüpft und gesprungen werden.
  • Die Idee hatte ich auch schon einmal, habe sie aber nicht umgesetzt.Jetzt hat mich Annette Blümke konkret darauf aufmerksam gemacht: „Wir haben in unserer Gemeinde noch so viele ältere Männer, die noch sehr fit sind und sich sicherlich auch für die Gemeinde engagieren würden, wenn man sie darauf anspricht. Warum nutzt du dieses Potential nicht?“ Würde ich gern und bin gespannt, ob am 20. März um 17.00 Uhr ein paar fitte Männer den Weg zum Bürgermeisteramt finden, um einmal über diese Idee zu reden.  

Dies & das …

  • Drei Gemeinden – ein Anliegen. Zusammen mit den Bürgermeisterkollegen aus Thalwenden und Birkenfelde hatte ich jetzt ein Gespräch mit Herrn Willem Geene vom Gut Agrar Natura aus Steinheuterode. Wir sind nun einmal ländlicher Raum und wir stehen auch zur Landwirtschaft -  aber nicht um jeden Preis. Neben Einzelabsprachen bei der Instandhaltung von stark in Anspruch genommenen Wegen haben wir in diesem sehr guten Gespräch von Herrn Geene bezüglich der Orte gehört: keine Nachtfahrten, keine übervollen Transporte, schnellere und umfassende Information der betroffenen Anlieger vor Aussaat- oder Erntetransporten, umfangreiche Säuberung der Straßen nach Verunreinigungen. Wir haben darauf hin öfters solche Gespräche angeregt.
  • Mit den großen Papiercontainern dürfte es im Eichsfeld bald vorbei sein. Der Landkreis beabsichtigt, blau/graue Tonnen an alle Haushalte, die es wünschen, auszugeben. Diese werden dann kostenfrei alle vier Wochen nach dem bewährten Verfahren abgeholt. Damit werden nicht nur das Papier und die Pappe vorm Haus abgeholt, sondern man trägt so auch automatisch mit dazu bei, dass die Müllgebühren stabil bleiben bzw. bei einer Steigerung der Altpapierpreise diese sogar gesenkt werden könnten. Zwar muss diese Regelung noch durch den Kreistag am 2. April beschlossen werden, die Zustimmung dazu ist aber groß.
  • Die Straßenfestsaison wird bald eröffnet und wie im letzten Jahr, so möchte ich auch in diesem Jahr mit meinen Kollegen „Straßenschulzen“ wieder über eine gute Zusammenarbeit beraten. Ich lade daher alle Schulzen am 22. April um 19.00 Uhr in den Vereinsraum beim Bürgermeisteramt recht herzlich ein.
  • Mit dem Betonfertigteil- und Baustoffwerk habe ich in diesen Tagen einen weiteren Betrieb besucht. Knapp 800.000 € haben die Gebrüder Rühlemann in diesem Jahr dort investiert und sind auch sehr stolz auf ihre Mitarbeiter aus Uder.
  • Auch in diesem Jahr würden sich unsere Pfadfinder (nach der Osternacht über dem Eichenweg) und die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr (am Ostersonntag am Sannüber) über Besucher beim jeweiligen Osterfeuer freuen. 

Zu den letzten Anmerkungen passend ein Zitat des österreichischen Dramatikers Franz Grillparzer:
„Der Verstand und die Fähigkeit, ihn zu gebrauchen, sind zwei verschiedene Gaben“