Januar 2008

Liebe Einwohnerrinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,
das „Sommermärchen“ ist leider ausgeträumt. Was bleibt, ist der bittere Beigeschmack, unter welchen Umständen ich dies erfahren habe (siehe letzte Seite). Ansonsten konnte das Jahr gar nicht besser beginnen. Erstmalig hatte ich den Ministerpräsidenten des Freistaates zum Neujahrsempfang mit Mittelständlern, Handwerkern, Selbstständigen, Vereinsvorsitzenden und Repräsentanten aus verschiedenen Verwaltungen eingeladen. Viele sind der Einladung gefolgt und wenn der ein oder andere seine Weihnachtspost intensiver gelesen hätte, wären sicherlich noch ein paar Interessierte mehr gekommen. Aber die Atmosphäre war super, die Ausführungen von Dieter Althaus haben mich inhaltlich überzeugt und auch die Tatsache, dass sich der Ministerpräsident Zeit für die Diskussion und das Gespräch mit uns mitgebracht hatte, war sehr gut. Ich habe diese Runde ausgewählt, um ebenfalls mit Ihnen in das Gespräch zu kommen, um zu erfahren, wo bei dem einen oder anderen noch der „Schuh drückt“ oder Ihnen auch für die Tatsache zu danken, dass viele auch Arbeitgeber für unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger sind und sie somit auch einen großen Teil zum sozialen Klima in der Gemeinde beitragen. Heimlich vorbereitet waren Kärtchen, auf denen Vereine, Kindergärten oder andere Institutionen standen, die sich intensiv mit Kinder- und Jugendarbeit beschäftigen. Jeder der Gäste konnte sich nun auf meine Bitte ein Kärtchen aussuchen, eine bestimmte Summe eintragen und bei mir abgeben. Ich bin sehr stolz auf meine Gäste! Die Summe, die mir für unsere Zukunft, für unsere Kinder, signalisiert worden ist, übertraf meine kühnsten Erwartungen. Allen, die zu diesen fantastischen 1570 € beigetragen haben, ein herzliches Dankeschön.

Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

  • Erstmalig haben wir bereits im alten Jahr den Haushalt verabschiedet. Große Überraschungen hat es sicherlich nicht gegeben, denn eindeutig und auch einstimmig war klar: wir müssen den Gemeindesaal den heutigen Erfordernissen anpassen. Weniger von der Kapazität, vielmehr vom Ambiente, von der Ausstattung und erst recht von den hygienischen Bedingungen. Das dies nicht zum Nulltarif zu haben ist, dürfte einleuchten und wir haben erst einmal 250.000 € für den ersten Teil der Arbeiten eingeplant. Damit war vorgegeben, dass wir viele kleinere Projekte nicht in Angriff nehmen können. Aber der dritte und letzte Bauabschnitt vom Leinepark ist im Haushalt ebenso vorgesehen wie ein Ballfangzaun am alten Sportplatz oder die schrittweise Instandsetzung weiterer Gehwege. Vertraglich festgelegte Restarbeiten am DRK Kindergarten können realisiert werden und für Arbeiten am Gebäude des Katholischen Kindergartens sind Gelder vermerkt worden. Und wir wollen eventuell „etwas auf der hohen Kante haben“, damit wir bei der Vergabe von Fördermitteln für den ländlichen Wegebau unseren Eigenanteil für die Wege nach Lutter oder Steinheuterode leisten können. Konstanz auch bei der Finanzierung der Aufgaben von Feuerwehr und Bauhof und erstmalig wollen wir mit der Familien- und Ferienstätte Eichsfeld eine konkrete Maßnahme durchführen.
  • Etwas, wo wir 2008 nicht umhin kommen, ist wieder die Erhebung von Straßenausbaubeiträgen. Eine Maßnahme muss innerhalb von 4 Jahren abgerecht sein, ansonsten kommt der Bürgermeister seinen dienstlichen Verpflichtungen nicht nach und kann dafür haftbar gemacht werden. Der dritte Bauabschnitt B 80 sowie die Johannesstraße und ein Teil der Gartenstraße sind noch zu finanzieren. Nach ersten Berechnungen beliefe sich dies auf einen Anteil von 0,24 €/m² gewichteter Fläche. Die gleiche Summe wäre noch für die Straßen Hinter den Höfen und Eichenweg aufzubringen und wir haben noch nichts entschieden, denken aber darüber nach, beide Maßnahmen in diesem Jahr umzulegen. Dann stünden in den nächsten Jahren in Uder keine Beiträge mehr an und ähnlich wie bei der ersten Erhebung wollen wir wieder die Möglichkeit der Stundung anbieten. Auch in Schönau sind erstmalig Beiträge von den Grundstückseigentümern fällig; und zwar werden die Kosten für den Mühlenweg umgelegt. Dann wäre finanzieller  Spielraum, bis die Dorfstraße abgerechnet werden muss. Ich werde Sie nach der entsprechenden Sitzung des Gemeinderates umfassend informieren.

Was tut sich momentan in Uder?

  • Die Gemeinde hat ihre Bemühungen zum Erwerb des Bahnhofes eingestellt. Unser Anliegen war es, den jetzigen Zustand nicht weiter hinnehmen zu müssen und deshalb haben wir mit der Bahn verhandelt. Nun will aber ein junger Unternehmer das Gelände erwerben und da er eine Werkstatt und eventuell einen Verkaufsraum einrichten will, liegt es schon in der Natur der Sache, dass er für ein vernünftiges Umfeld sorgen wird. Somit werden unsere Beweggründe ebenfalls berücksichtigt und die Öffentliche Hand sollte freies Unternehmertum unterstützen und nicht Konkurrent sein.

Das hat uns nicht gefallen:

  • Groß war natürlich die Freude, als ich am 11. Januar eine Email vom DFB bekommen habe, in der mir mitgeteilt wurde, dass wir einen der begehrten Bolzplätze erhalten sollten. Beim Neujahrsempfang am 13. Januar freue ich mich noch gemeinsam mit allen Anwesenden über diese tolle Nachricht und ahne noch nicht, das wir „Opfer“ einer Falschmeldung geworden sind, die „nicht versandt hätte werden dürfen“. Jetzt stehe ich natürlich schön blamiert da; aber das kann ich noch verkraften. Viel schlimmer ist, dass ich Hoffnungen geweckt habe, die nun nicht zu erfüllen sind.

Das hat uns besonders gut gefallen:

  • Auf 15 Jahre konnte Lutz Reipert mit seinem gleichnamigen Unternehmen im vergangenen Jahr zurückblicken und hat dies mit Freunden und Geschäftspartner würdig begangen. Er hat dieses kleine Jubiläum zum Anlass genommen, für einen guten Zweck zu sammeln und das Ergebnis hat er mir jetzt überreicht. Stolze 120 € sind aus dem Verkauf von Kaffee und Kuchen zusammengekommen und dafür möchte ich mich herzlich im Namen der Kinder, denen dieses Geld zugute kommt, bedanken.
  • Als Zeichen, dass es die Verantwortlichen von Wacker Nordhausen ernst mit ihrer Entschuldigung meinen, haben sie ein Benefizspiel ihrer Landeliga-Mannschaft gegen unsere erste Mannschaft vorgeschlagen. Auch ihnen hat das Verhalten der jungen Fußballer (siehe letzter Gemeindebote) nicht gefallen und sie haben vereinsintern den Vorfall ausgewertet. Trotz der nicht erfreulichen Begleitumstände erlebt dafür nun unsere 1. aber einen Härtetest.
  • Mit Cordula Schneider hat nun eine sehr erfahrene Sozialpädagogin und Jugendbetreuerin das Zepter in unserem Jugendclub übernommen. Im Gespräch mit Ihr konnte ich die Begeisterung für die neue Aufgabe regelrecht spüren und auch die inhaltliche Konzeption hat mich überzeugt. Sie will die Zusammenarbeit mit unseren anderen Einrichtungen wie Schule, Kirche oder Pfadfinderschaft verbessern und ich hoffe, dass es diesmal ein längeres Engagement in unserem Jugendclub ist.

Dies & das …

  • „Zu einer regelmäßigen Verschnaufpause hat sich der Blick auf die Homepage der Gemeinde und dem Lesen des Gemeindeboten entwickelt. Es ist schön, da ich nur selten in die Heimat komme, mit zubekommen, dass sich in meinem Heimatdorf immer wieder Dinge verändern und es engagierte Bewohner gibt, die versuchen, das Wohnen und Leben in Uder stets und ständig zu verbessern“. Renè Schürer hat mir diese netten Zeilen geschrieben und gleich noch einen Vorschlag bzw. eine Bitte geäußert: „Des Weiteren wollte ich nachfragen, ob es möglich ist, den Gemeindeboten als Newsletter auf meine Emailadresse zu abonnieren, so dass ich ihn immer aktuell in meinem elektronischen „Briefkasten“ empfangen kann?“ Nach Rücksprache mit Björn Funke ist dies möglich und wir werden es in den nächsten Tagen technisch umsetzen. Dies Angebot gilt aber auch an weitere Interessierte. Schicken Sie eine Mail mit der entsprechenden Bitte an info@gemeinde-uder.de und wir werden Sie registrieren und in unseren Verteiler aufnehmen.
  • Behalten Sie Ihren Christbaum noch bis zum 26. Januar, dann kommen wieder die Pfadfinder und holen ihn ab. Prima Dienst!
  • „Was man ernst meint, sagt man am besten im Spaߓ hat einmal Wilhelm Busch zum Besten gegeben und von daher bin ich schon auf die neue Karnevalssession gespannt und was man dort „dem Schulzen so alles um die Ohren hauen“ wird. Ich freue mich darauf und kann Ihnen nur allen empfehlen, sich ebenfalls das neue Programm des SCU anzuschauen. Ein Augen- und Ohrenschmaus, den man erlebt haben sollte.

Die stolze Bilanz der Spendenaktion beim Neujahrsempfang habe ich mit den Worten von Viktor Hugo eingeleitet:

„Der Geist wird reich durch das, was er empfängt, das Herz durch das, was es gibt“.