Februar 2008

Liebe Einwohnerrinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,
ich möchte schon behaupten,
dass ich weiß, was in unseren
Vereinen diskutiert wird und was
für Anregungen dort gemacht werden. Die Sprechstunden werden ganz gut
angenommen und die vielen Gespräche „auf der Straße“ tragen ebenfalls zur Meinungsbildung bei. Und trotzdem; alles kann man nicht wissen und ich bin deshalb froh, wenn ich auch weiterhin auf Unregelmäßigkeiten, auf Nachlässigkeiten oder auf Versäumnisse aufmerksam gemacht werde. So auch jetzt bei den Garagenzufahrten hinter der Friedensstraße. Ein Vororttermin, ein gutes Gespräch mit den Pächtern und die gemeinsame Suche nach  Lösungsmöglichkeiten haben das gegenseitige Vertrauen wieder gestärkt. Wir Gemeindevertreter möchten für Sie Partner sein, nicht als „Abzocker“ oder „die da Oben“ abgestempelt werden. Wir leben in einem Ort und diesen Ort wollen wir gemeinsam noch lebens- und auch liebenswerter machen; dass ist unsere gemeinsame Aufgabe.
Unverzichtbar für ein gutes Miteinander in Uder sind die Vielen, die sich in unterschiedlichen Verbänden, Vereinen  und in verschiedenen Funktionen ehrenamtlich engagieren. Ein Drittel in Deutschland, so sagen Statistiken, ist mittlerweile ehrenamtlich tätig. Ich würde es begrüßen, wenn dieser Anteil bei uns noch steigen würde und kann guten Gewissens unsere Vereine, die Feuerwehr oder die Pfadfinderschaft empfehlen. Dies wollte ich unbedingt einmal loswerden. Und noch etwas beschäftigt mich schon länger: Betreutes Wohnen für unsere älteren Menschen. Noch scheitern die Verhandlungen daran, dass wir nicht auf genügend Interessenten verweisen können. Sollte diese Form des Zusammenlebens für Sie in Frage kommen, so bitte unbedingt melden. 

 

Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

Im ersten Monat des Jahres hat noch keine Sitzung stattgefunden, und so möchte ich die Gelegenheit nutzen, einmal grundsätzliche Positionen zu verschiedenen Vorhaben darzulegen.     

 

  1. Straßenausbaubeiträge: Natürlich verfolge ich z.B. die Diskussion in Dingelstädt dazu. Aber die dortigen Verhältnisse sind nicht auf unsere Gemeinde zu übertragen, da wir schon über eine Satzung verfügen. Es gibt nun einmal das Urteil des OLG, dass Bürger an der Finanzierung von Straßenbaumaßnahmen beteiligt werden müssen und da wird auch Dingelstädt über kurz oder lang nicht herumkommen. Konkret nun bei uns. Was in der Blumenstraße noch machbar war, traf auf einem Drittel der Gartenstraße nicht mehr zu. Wir hätten keinen vernünftigen Straßenzustand erreicht, wenn wir nicht den Unterbau erneuert und somit grundhaft ausgebaut hätten. Einen grundhaften Ausbau hatten wir auch nicht in den Straßen „Hinter den Höfen“ und „Eichenweg“ vor und dies habe ich auch verkündet. Aber nach einer Kanalbefahrung durch den Abwasserzweckverband kurz vor Beginn der Arbeiten wurde ich eines Besseren belehrt. Nun stand ich vor der Entscheidung: die Maßnahme (die beim WAZ schon eingeplant war) fallen lassen, um nicht wortbrüchig zu werden oder grundhaft ausbauen und damit Straßenausbaubeiträge zu erheben. Das Ergebnis ist bekannt (kann sich ja auch sehen lassen) und dazu stehe ich auch. Aber seien Sie versichert, dass wir immer mit den Anliegern, mit dem Ingenieurbüro und mit der bauausführenden Firma die kostengünstigste Variante gewählt und auf jeglichen Luxus verzichtet haben.   
  2. Umbau Saal Riedelsburg: Unser Hauptaugenmerk liegt in diesem Jahr in der Umgestaltung des Riedelsburgsaales. Aber wir werden dieses Projekt nur angehen, wenn wir mit einer Förderung rechnen können. Da wir diese im Moment noch nicht signalisiert bekommen haben, sind uns erst einmal die Hände gebunden. Ich weiß, dass einige Vereine auf diese Entscheidung warten, da sie ihre Veranstaltungen sonst anderweitig planen müssen. Aber ich bitte noch um etwas Geduld.
  3. Landgemeinden: Egal welche Farbkonstellation nach der nächsten Landtagswahl in Thüringen die Regierung stellt - Veränderungen bei den Kommunalstrukturen haben alle Parteien angekündigt. Ich habe in einer VG-Versammlung schon einmal darauf hingewiesen und angemerkt, dass wir in der jetzigen Freiwilligkeitsphase diesen Prozess selbst regeln und sogar noch Geld dafür bekommen würden. Aber nach dem gescheiterten Versuch mit Lenterode stößt man immer noch auf Skepsis. Das kleinere Dörfer „ihre Identität verlieren“, sich „an den Rand gedrückt“ fühlen oder „nicht genügend beachtet“ werden; diese Argumente kann ich nicht gelten lassen und ich glaube auch in Schönau kann man dies bestätigen. Es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass wir zwar unterschiedliche Einwohnerzahlen haben, aber ansonsten Partner sind und so muss es sein.

Was tut sich momentan in Uder?

  • Die Gemeinde hat im Ortsteil Schönau den Versammlungsraum der Feuerwehr fristgerecht gekündigt, da Miete und Nebenkosten schon lange nicht mehr im richtigen Verhältnis zu einander standen.
  • Der Zustand der Lutterstraße war Anlass eines Vororttermins mit WAZ und Landkreis. Ergebnis: Einplanen der Maßnahme für nächstes Jahr und Reparatur der Absenkungen sobald die Witterung es zulässt.
  • Die Vorbereitungen für unseren Frühjahrsputz am Samstag vor Palmsonntag (15. März) laufen und ich bitte die Vereine um ihre Hinweise, wenn sie sich etwas Spezielles vorgenommen haben.  

Das hat uns nicht gefallen:

  •  „Lieber stelle ich die Beine an der Wand hoch, bevor ich zum Subbotnik gehe“. Ich verrate lieber nicht, wer dies und noch etwas mehr über den anstehenden Frühjahrsputz gesagt hat; es ist so schon beschämend. Fest steht, dass die Gemeinde immer ein offenes Ohr für seine Vereine hat und wo Unterstützung möglich ist, wird sie im Rahmen des Machbaren auch gewährt. Jüngstes Beispiel ist die Spendenaktion! Dann einmal ein klein wenig davon zurück zugeben und damit auch noch einen guten Zweck zu erfüllen, ist sicherlich nicht zu viel verlangt. Es wird nicht für den Bürgermeister gemacht und es ist auch keine Pflichtveranstaltung. Es ist für unsere Gemeinde und es ist für das Ansehen unserer Gemeinde. Und diese Idee findet ja auch in anderen Kommunen Nachahmer. Deshalb bin ich froh, dass die Meinung dieses Zeitgenossen immer mehr eine Minderheitsmeinung wird und hoffe auf eine rege Beteiligung.

Das hat uns besonders gut gefallen:

  • „Ganz prima, habe mich sehr gefreut“ hat mir der Thüringer Minister für Soziales, Familie und Gesundheit, Dr. Klaus Zeh, handschriftlich auf einem Begleitschreiben mitgeteilt. Nur Worbis und die Gemeinde Uder aus dem Landkreis Eichsfeld haben nämlich eine Urkunde erhalten, die ihnen bescheinigt, dass sie zu den kinderfreundlichsten Orten im Freistaat gehören. Ansporn und Verpflichtung zugleich.
  • Mit der Verdienstmedaille des Landesverbandes des DRK ist Gerhard Klinge in diesen Tagen für sein jahrzehntelanges Wirken im Ortsverein Uder ausgezeichnet worden. Aber nicht nur das Deutsche Rote Kreuz, auch der Heimatverein „Martin Weinrich“ haben von dem unermüdlichen ehrenamtlichen Engagement sehr profitiert. Herzlichen Dank, lieber Gerhard Klinge, auch im Namen der Gemeinde und wir hoffen, dass dein Elan noch viele Jahre anhält.  
  • Nach langer Abstinenz hatten wir wieder ein Prinzenpaar und dies war einfach eine Augenweide. Aber auch die Büttenreden, die Tänze und Sketche haben dem SCU und der Gemeinde Uder wieder zur Ehre gereicht. Und ganz toll, dass auch die Veranstaltungen wieder von Ihnen angenommen wurden. Das motiviert auch einen Verein.

Dies & das …

  • Eigentlich wollte ich Egon Stitz einfach nur zum Geburtstag gratulieren. Dann wurde ich im Gespräch aber darauf aufmerksam gemacht, dass wir auf unserer Internetseite noch nicht über das 100-jährige Bestehen der Grotte berichten und ob ich da nicht etwas ändern könnte. Rentner haben ja bekanntlich keine Zeit, aber etwas mehr als ich, so habe ich gedacht, schon. Und dann habe ich den „Spieß rumgedreht“ und gefragt, ob er dass nicht mal selbst in Angriff nehmen könnte. Gemeinsam mit Thomas Koch will Egon Stitz nun einen Bericht verfassen und wir dürfen gespannt sein.
  • Ich habe mich sehr gefreut, als ich vernommen habe, dass mein Aufruf zum „Reinschnuppern“ in die Bambini- oder Jugendfeuerwehr 10 neue Floriansjünger gebracht hat. Steigerung erwünscht!
  • Ich weiß, wie intensiv viele den Gemeindeboten lesen. Zu Äußerungen diesbezüglich zwei Anmerkungen: 1. Ich sehe es nicht als „mein Propagandablatt“, wie mir ein nun Fünfzigjähriger mitgeteilt hat und 2. bin ich gespannt, wann sich der Bürger ausklampert, der mir mal einen persönlichen Gemeindeboten schreiben wollte, mit dem, was ihm gefallen hat und was nicht. 

Friedrich Graupe, eigentlich ein Schriftsteller der mit leichter Unterhaltung auffällt, hat einen trefflichen Satz formuliert:
„Die Nöte und Sorgen von heute sind die gute alte Zeit von morgen“