August 2007

Lieber Pfarrer Brodmann,

 

sicherlich werden Sie denken, dass es eine außergewöhnliche Form ist, wie sich ein Bürgermeister von einem Pfarrer verabschiedet. Ich gebe Ihnen dabei völlig Recht. Aber außergewöhnlich war ja auch das Verhältnis zwischen Bürgermeister und Pfarrer. Nein, ein „Dreamteam“ waren wir nicht und wären wir auch nie geworden. Dazu bin ich nicht so nah an der „Institution Kirche“ dran und Sie waren sicherlich einen anderen Umgang von meinem Vorgänger gewöhnt. Aber mit großem Respekt habe ich die Leistung gesehen und wahrgenommen, die Sie für unsere Gemeinde vollbracht haben. Man braucht sich nur den baulichen Zustand der Kirche, sowohl innen als auch außen, des Pfarrzentrums oder der Küsterschule anzuschauen. Ihre Handschrift in den knapp 23 Jahren Ihres Wirkens in unserer Gemeinde ist deutlich und hinterlässt Spuren, die wir noch lange wahrnehmen werden. Aber nicht nur in baulicher Hinsicht haben Sie Uder bereichert. Auch die Möglichkeit, mit der Pfadfinderschaft St. Georg nun eine christliche Jugenderziehung zu ermöglichen, haben Sie konsequent genutzt und einen Grundstein gelegt, der zu einem festen Fundament in der Jugendarbeit geworden ist. Und obwohl es gerade in dieser Hinsicht Differenzen gab, bin ich wirklich froh, dass wir einen Kindergarten in kirchlicher Trägerschaft haben und somit auch weiterhin die Kinder schon in jungen Jahren etwas von Nächstenliebe oder gelebter Solidarität erfahren. Für all dies möchte ich Ihnen danken und versichern, dass dies auch von ganzem Herzen kommt. Der Gemeindebote ist für mich der ideale Überbringer dieser Botschaft und ich hoffe, dass Sie auch den Boten oder seinen Erfinder ein klein wenig in guter Erinnerung behalten.

 

Ihr Bürgermeister

Gerhard Martin

Für Ihr neues Amt, für einen neuen Lebensabschnitte und für ein neues Lebensumfeld wünsche ich Ihnen alles Gute, Gesundheit, Gottes Segen und einen passenden Spruch von Kurt Hörtenhuber:

 

„Der Weg zum Glück führt über den Mut, neue Herausforderungen anzunehmen“

 

 

Das hat mir besonders gut gefallen:

Viele Ihrer Predigten waren ein Genuss. Ich habe Ihnen gelauscht und meistens auch etwas für den „Hausgebrauch“ mit nach Hause nehmen können. Besonders Ihre Worte zu unserer Silberhochzeit zähle ich dazu.

 

Mit viel Enthusiasmus wurde die Jugendarbeit forciert und zu einem festen Bestandteil in der Erziehung unseres Nachwuchses gestaltet und dies über alle Altersgrenzen hinweg. Dafür sind Ihnen alle Eltern sehr dankbar.

 

Was wäre unsere Dorfmitte ohne die „Bauwut“ von Pfarrer Brodmann. Liebevoll restaurierte Bausubstanz neben neu errichteten und funktionalen Gebäuden prägt nun diesen Teil unserer schönen Gemeinde.

 

Ob Erstkommunion, Firmung, Ostern, Weihnachten, Kirchweih- oder Patronatsfest; alle Heiligen Messen wurde akribisch geplant und gefeiert.

 

Ob Geburtstagskinder oder Krankenbesuch – keiner wurde, entweder von Ihnen oder den Elisabethfrauen, vergessen oder mit Sorgen allein gelassen.

 

Endlich wird auch der Toten des 2. Weltkrieges und darüber hinaus gedacht und somit ist das Kriegerdenkmal wieder mehr in unserer Bewusstsein gerückt. Als Mahnung, zum Gedenken und zur Erinnerung!

 

Mädchen und Jungen nun auch beim Dienst am Altar. Vielleicht mehr aus Personalmangel denn aus Überzeugung dürfen nun auch Mädchen dienen.

 

 

Das hat mir nicht gefallen:

Obwohl bei vielen Gesprächen immer wieder eine Sonntagvorabendmesse ins Gespräch gebracht wurde, hatte dieser Gottesdienst in Uder nie eine Chance erhalten.

 

Im nächsten Jahr können wir auf 100 Jahre Mariengrotte zurückblicken. Leider waren Messen oder Andachten an diesem herrlichen Ort rar.

 

Mit dem Pfarrzentrum haben wir eine Örtlichkeit, die sich für Feste oder private Feiern geradezu anbietet – leider ging dies nicht am Samstag.

 

Danke ist ein Wort, das Ihnen relativ selten über die Lippen gekommen ist. Danke für die Kirchenreinigung, den Lektorendienst, den Musikern usw.

 

 

Vom berühmten Arzt Albert Schweitzer kommen bemerkenswerte Worte, die ich zu Beginn meiner Bürgermeistertätigkeit so richtig einzuordnen gelernt habe und die ich leider bestätigen muss:

„Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich.

Man wird ja auch kein Auto, wenn man in einer Garage steht“.

 



Maisprung auf die Blockhütte