Oktober 2007

Liebe Einwohnerrinnen,
liebe Einwohner der Gemeinde
Uder und Schönau,

ich kann mich nicht erinnern,  Sie einmal um eine kleine Spende gebeten zu haben. Dass ich es jetzt tue, und es von Herzen tue, hat einen besonderen Grund. Es begann, als ich mit meiner Idee, Grünschnitt kostenlos im
Wessenried anzunehmen, im Bauhof vorstellig wurde. Ohne Kontrolle, so meine Überlegung, wird das Wessenried zum Schuttplatz. Durch Verlagerung der Arbeitszeit eines Mitarbeiters im Bauhof könnte man das Problem lösen und für einen ordentlichen Ablauf sorgen. Den Wochentag und die Uhrzeit hatte ich vorgegeben und habe nun gefragt, wer mithelfen will, dass diese Idee Wirklichkeit wird. Ellen Martin aus Steinheuterode hat sich spontan dazu bereit erklärt. Dass wir damit eine solche Resonanz erzielen, haben wir beide am Anfang sicherlich auch nicht gedacht. Jedenfalls liefen die ersten Samstage gut an und Sie, liebe Einwohnerinnen und Einwohner, haben Ihren Grünschnitt zum Platz gebracht. Dann kam die Möglichkeit der kostenlosen Abnahme von Herrn Willem Geene vom Gut Agrar Natura. Nun musste aber ein Kraftfahrer her, der den Multicar bewegen konnte. Und mit Axel Siedow hatte ich wiederum einen Mann in unseren Reihen, der diese Aufgabe ebenfalls freiwillig übernommen hat. Von da an haben die Beiden jeden Samstag von 13.00 Uhr (in der Regel schon viel früher) bis um 15.00 Uhr nun die Annahme gemeistert und in Spitzenzeiten über 100 Autos „abgefertigt“. In zwei Wochen ist nun Annahmeschluss und deshalb bitte ich Sie hier um eine kleine Spende. Wer so uneigennützig ist, wer bei Wind und Wetter immer präsent war, hat ein wenig Anerkennung in Form einer kleinen Spende von Ihnen sicherlich verdient. Ich wäre enttäuscht, wenn es nicht so wäre! Die Spendenbüchse ist übrigens im Wessenried oder im Bauhof!

Ihr Gerhard Martin

Aus dem Gemeinderat/Hauptausschuss:

  • Der Gemeinderat kommt in der nächsten Woche wieder zusammen und wird sich hauptsächlich mit dem Nachtragshaushalt der Gemeinde beschäftigen. Im Hauptausschuss haben wir schon einen Blick auf das Zahlenwerk geworfen und die Veränderungen zur Kenntnis genommen. Durch Mehr- oder Minderausgaben in verschiedenen Haushaltsstellen kommt es zu Verschiebungen, aber im Wesentlichen halten wir an den beschlossenen Zahlen zu Beginn des Jahres fest. Wir kommen unseren aktuellen Verpflichtungen nach, können die in Auftrag gegebenen Maßnahmen finanzieren und bauen auch die aus den neunziger Jahren angehäuften Schulden ab. Mehr ist momentan nicht möglich, auch wenn wir gern noch mehr bewegt hätten. Es ist in den zurückliegenden Jahren ja schon viel passiert und wir brauchen uns mit unserem Erscheinungsbild nun wahrlich nicht zu verstecken. Aber ich möchte doch einmal eine Zahl herauspicken, die verdeutlicht, dass wir nicht nur ökonomisch denken, sondern auch das Lebensgefühl nicht zu kurz kommt. Auf 88.150 € belaufen sich mittlerweile die Mehrkosten zur Unterhaltung des Schwimmbades oder, praktischer ausgedrückt, ich könnte jedem Einwohner 34 Euro in die Hand drücken und hätte noch gespart. Die Kosten für Labor, Chemikalien und Energie stehen längst in keinem Verhältnis mehr und trotzdem möchten wir das Bad nicht missen. In ähnlicher Weise geht es mit der Bibliothek, bei der wir den Vertrag zur Betreibung mit der VG um ein weiteres Jahr verlängern wollen. Schön, dass man sich über Fraktionsgrenzen hinweg einig und für alle die Gemeinde stets das „Maß aller Dinge“ ist.
  • Hoffentlich zum letzten Mal wird über den Bau des neuen REWE – Marktes ein Beschluss gefasst. Durch die negative Stellungnahme der Stadt Heiligenstadt  zu diesem Vorhaben kamen wir nicht umhin.
  • Die Bauplätze im neuen Wohngebiet neigen sich dem Ende entgegen; dass ist erfreulich. Zeit, sich um Neue zu bemühen. Mit den Voraussetzungen dafür muss sich der Gemeinderat nun beschäftigen.
  • Im Bauausschuss fanden die vorgelegten Entwürfe für die Schallschutzmauer am Kindergarten „Friedrich Fröbel“ keine Mehrheit. Jetzt will uns das Straßenbauamt einen individuell gestalteten  Entwurf, der sich an Werkstoff und vorhandener Bebauung anlehnt, vorlegen.

Was tut sich momentan in Uder?

  • Das neue Flutlicht ist installiert und die Mitgliedern des FSV 1921 e.V. haben sich dafür recht herzlich bedankt. Bleibt zu hoffen, dass unsere Erste bei dem hellen Licht auch mal wieder 3 Punkte findet.
  • Endes des Monats wird die ausstehende Bepflanzung im Park erfolgen und auch die Beleuchtung wird nach der Installation der Zeitregler eingeschaltet, so dass es „lichtscheuen Elementen“ schwer gemacht wird.
  • Die Schönauer fiebern der neuen Dorfstraße entgegen; wir übrigens auch.

Das hat uns besonders gut gefallen:

  • Seit 50 Jahren gibt es nun den DRK Ortsverein Uder und mit einer schönen Festveranstaltung, einem Festgottesdienst für die lebenden und verstorbenen Mitglieder sowie einem Erlebnistag hat der Ortsverein dies auch würdig gefeiert. Ich durfte daran teilnehmen und habe mich sehr gefreut. Die Bilanz ist beeindruckend und die Kameradschaft untereinander sowieso; man vergisst seine Wurzeln nicht und man bemüht sich um die Bewältigung der zukünftigen Aufgaben. Allen ein großes Dankeschön, von der engagierten Vorsitzenden über die jahrzehntelangen Stützen bis hin zu den „Urgesteinen“. Euch weiterhin viel Erfolg; ihr leistet einen sehr wichtigen Beitrag für Uder!
  • Ein ganzes Wochenende haben die Großen den Kleinen Feuerwehrmännern spendiert: mit Spiel und Spaß, mit Technikvorführung, mit fast richtigen Einsätzen und mit dem Kribbeln, dass eine Übernachtung im Feuerwehrhaus so mit sich bringt. Und bei dem Hochwasser an diesem Wochenende war man auch „live“ dabei und konnte mithören, wie andernorts die richtigen Feuerwehrmänner zu Einsätzen gerufen wurden. Gottlob ist bei uns die Leine in ihrem „Bett“ geblieben, auch wenn „die Bettdecke schon bis oben zugezogen“ war und wir alle in Alarmbereitschaft.

Das hat uns nicht gefallen:

  • Auf meine Frage, warum er denn nicht mehr, wie in den letzten Jahren immer, den Rasenmäher bedient, hat mir der nette Mann leider eine nachdenkliche Antwort gegeben: „Wenn ich auch noch aus den Fenstern „vollgelappt“ werde, dann kann ich meine Freizeit auch anders verbringen!“ Ich hoffe, ich konnte den jungen Mann überzeugen, dass ein bisschen ehrenamtliche Arbeit doch gar nicht so schlecht ist und dass sich viele Mitbürger darüber freuen. Ob er letztendlich wieder die Grünanlagen pflegt, hängt jetzt auch von der Gemeinschaft ab. Also liebe „Fenstergucker“, nicht gleich nach dem Bauhof rufen, sondern lieber einmal ein aufmunterndes und lobendes Wort für diejenigen finden, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren. Sie glauben gar nicht, wie gut das tun kann!

Dies & das …

  • Nun steht er da am Verbindungsweg nach Lutter, der aus Uderaner Sandstein angefertigte Gedenkstein, und macht darauf aufmerksam, dass vor vielen Jahren hier einmal Menschen gelebt haben. Als erste Wüstung ist „Obernuwesessen“ durch die Mitglieder des Heimatvereins „Martin Weinrich“ kenntlich gemacht worden. Ohne die Unterstützung der einheimischen Firma Heiko Schuchardt, der TRACO GmbH aus Bad Langensalza und der  Uderaner Dieter Herrmann und Uwe Beume vom Forstamt. wäre dies nicht möglich gewesen. Eine ganz großes Lob auch Mirko Kaufhold und sein Team, die den Grundstock gelegt haben, und an Rainer Jünemann, zum wiederholten Mal, vom Baumarkt für seine Hilfe.
  • Natürlich wurden auch die Straßen „Hinter den Höfen“ und „Eichenweg“ offiziell ihre Bestimmung übergeben. Aber es ist das erste Mal, dass dies gleich mit einem Straßenfest verbunden wurde. So kann Arbeit auch „zusammenschweißen“ und ich hoffe, dass meine neue Kollegin, Straßenschulzin Maria, noch lange ihres Amtes walten kann. Die Eiche, lieber Herr Röhrig, wird wohl ihren Platz im neuen Park finden; Danke dafür!
  • Wieder blicken zwei Unternehmen aus Uder auf ihr zehnjähriges, erfolgreiches Bestehen zurück. Malermeister Marco Gümpel und Parkettlegemeister Michael Piltz haben mit ihren Mannschaften Spuren ihrer guten Arbeit auch in unserer Gemeinde hinterlassen, z.B. in unseren Kindergärten oder im Dorfgemeinschaftshaus. Viel Erfolg auch weiterhin!
  • Und noch etwas Interessantes aus der heimischen Wirtschaft. Seit mehreren Wochen sind Mitarbeiter der Metallbaufirma von Gerhard Berenshausen in Mailand aktiv. Eichsfelder Können und sehr gute handwerkliche Fertigkeiten sind also auch in „Bella Italia“ gefragt.
  • Nicht vergessen: Kirmes steht vor der Tür! Man sieht sich!


Immer wieder stoße ich bei meiner Suche nach trefflichen Sprüchen auf Konfuzius. Auch bei diesem Spruch merkt man, wie viel Lebenserfahrung darin steckt:

 „Fordere viel von dir selbst und wenig von anderen. So wird dir viel Ärger erspart bleiben“



Maisprung auf die Blockhütte